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Pandemie
#DankeWieler: Twitter feiert den RKI-Chef

In einer Brandrede hat der Präsident des Robert Koch-Instituts ein düsteres Bild der aktuellen Corona-Lage gezeichnet – und geht hart mit der Politik ins Gericht. Auf Twitter bekommt er dafür viel Anerkennung.

Text: W&V Redaktion

18. November 2021

Lothar Wieler spricht von einer Notlage in unserem Land
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"Es herrscht eine Notlage in unserem Land. Wer das nicht sieht, der macht einen sehr großen Fehler", mahnte Lothar Wieler am Mittwoch in seiner Rede zur vierten Welle. Die Zahl der tatsächlichen Neuinfektionen dürfte doppelt bis dreimal so hoch sein wie offiziell registriert. Deutschland müsse schon bald mit Hunderten Corona-Toten pro Tag rechnen. "Wir können das nicht mehr ändern. Diese Menschen sind ja infiziert; davon gehen dann eben drei Tausend in die Krankenhäuser, davon gehen ein paar Hundert in die Intensiv und davon sterben eben so und so viele. Niemand von uns der hier sitzt, kann diesen Menschen noch helfen. Das ist ein Eimer Wasser, der ausgeschüttet ist", schildert Wieler die Situation.

Genau vor diesem Schreckensszenario habe das RKI jedoch frühzeitig gewarnt und sehr klare Handlungsempfehlungen für die Politik ausgesprochen; gehandelt habe diese jedoch nicht. Wieler bringt am Ende seiner Rede trotzdem die Hoffnung zum Ausdruck, "dass viel getan wird", um zumindest in den kommenden Monaten noch Schlimmeres zu verhindern:

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"Ein Fels in der Brandung dieser Pandemie"

Die Worte des Virologen scheinen bei vielen Menschen einen Nerv getroffen zu haben. Auf Twitter sprechen viele dem RKI-Chef ihren Dank aus. "Ich sitze hier und heule, weil ich weiß, dass Ihre Worte zeitnah kein Gehör finden werden. Vielen Dank trotzdem für Ihre klaren Worte, bitte bleiben Sie laut!", schreibt eine Userin.

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"Es ist Zeit, noch einmal #DankeWieler zu sagen. Herr Wieler ist seit 21 Monaten ein Fels in der Brandung dieser Pandemie. Er vermittelt mit Ruhe und Kompetenz all die Wissenschaft und ihre Erkenntnisse, die wir brauchen um erfolgreich gegen Corona sein", findet auch ein anderer User und eine dritte Person pflichtet ihm bei:"„Ich bewundere #DankeWieler für seine Ausdauer und Geduld!".

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Was muss jetzt getan werden?

Gleichzeitig macht sich Unmut breit über die Untätigkeit der Politik angesichts der Pandemie, die Wieler in seiner Rede anprangert. "Wir haben zu schnell in zu vielen Bereichen geöffnet", kritisierte er. "Clubs und Bars sind Hotspots, aus meiner Sicht müssen die geschlossen werden." Großveranstaltungen müssten abgesagt werden. In der Bevölkerung gebe es viel zu viele Kontakte, dabei wisse man schon aus der ersten Corona-Welle, dass Kontakteinschränkungen wirksam seien.

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Dass Wielers Worte diesmal etwas ändern können, bezweifeln einige: "Die große Frage ist nur - hört ihm jemand zu, und werden entsprechende Maßnahmen beschlossen. Klar gesagt hat er‘s. Nicht das er es bisher nicht klar gesagt hätte. Er hat es wiederholt gesagt. Diesmal halt mit etwas mehr Nachdruck", bringt es ein User auf den Punkt. "Wozu haben wir eigentlich das RKI, wenn nicht auf die monatelangen Warnungen und Empfehlungen gehört wird?", will eine andere Person wissen.

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Hätte man früher auf Wieler und andere Experten gehört, "könnten wir uns auf dem Weihnachtsmarkt treffen. So werden wohl viele Weihnachten nicht erleben!", fasst es ein User zusammen.

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Um der Pandemie jetzt noch Einhalt zu gebieten, braucht es laut Wieler drastische Maßnahmen. Der Chef des Robert-Koch-Instituts plädiert für die konsequente Durchsetzung von 2G-Regeln, also den Zutritt zu vielen Bereichen nur für Geimpfte und Genesene. "Wir dürfen denen, die sich nicht impfen lassen, wirklich nicht die Chance geben, die Impfung zu umgehen, zum Beispiel, indem sie sich freitesten lassen", sagte er.


Autor: Hannah Klaiber

Hannah Klaiber führt seit 2011 die Schmier & Fink UG in München und Berlin, die seit jeher auf das "Star Wars"-Motto setzt: "Do… or do not. There is no try." Bevor sie sich mit ihrer Redaktionsagentur den größten beruflichen Traum erfüllt hat, tobte sie sich unter anderem als Head of Entertainment Department beim Condé Nast-Verlag aus. Dafür, dass es auch in ihrer Freizeit nie langweilig wird, sorgen ihre zwei Hunde Lumi und Averell genauso wie ihre Arbeit als ehrenamtliche Sanitäterin.

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