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UK-Zeitungsmarkt
Das Ende der gedruckten Lokalzeitung

Nur noch eine lokale Tageszeitung in Großbritannien verkauft mehr als 40.000 Exemplare. Die meisten Titel melden Auflagenverluste im zweistelligen Prozentbereich.

Text: W&V Redaktion

4. März 2019

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In Großbritannien ist das Ende der gedruckten, lokalen Tageszeitung absehbar. Die verkauften Auflagen gehen dramatisch zurück – und der Negativtrend scheint sich sogar noch zu beschleunigen. Schon in wenigen Jahren dürften die meisten Print-Ausgaben vom Markt verschwinden.

Die aktuellen Zahlen des britischen Auflagenkontrolleurs ABC für den Zeitraum von Juli bis Dezember 2018 bestätigen einmal mehr diesen Trend. Danach verlieren sämtliche lokalen Tageszeitungen an Auflage, die Mehrzahl sogar im zweistelligen Prozentbereich.

Marktführer ist weiterhin The Press and Journal im schottischen Aberdeen mit einer verkauften Auflage von 43.700 Exemplaren – ein Minus von 9 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres. Damit hat sich der Rückgang noch verstärkt, denn im Jahr zuvor lag das Minus bei "nur" 7 Prozent.

The Press and Journal aus dem Verlag DC Thomson ist damit aber auch schon die einzige lokale Tageszeitung mit einer Auflage oberhalb der 40.000er-Marke. Auf Rang zwei folgt der Express & Star der Midland News Association mit 38.700 Exemplaren – ein Minus von 19 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 6500 davon werden als Gratisexemplare verteilt.

Auf Platz drei rangiert die Manchester Evening News des Verlags Reach (früher Trinity Mirror), des größten Zeitungsverlags Großbritanniens, mit 35.400 Exemplaren, darunter 16.400 Freiexemplare. Dies entspricht einem Auflagenrückgang von 10 Prozent.

Lokale News werden online gelesen

Insgesamt kommen überhaupt nur sieben der lokalen Tageszeitungen in Großbritannien noch über die Marke von 30.000 verkauften Exemplaren. Neben den genannten drei Titeln sind dies der Belfast Telegraph (34.000/-7%), The Courier in Dundee (33.100/-8%), die Irish News (32.300/-5%) und das Liverpool Echo (32.300/-16%).

Die größten Auflagenrückgänge verzeichneten die Nottingham Post (Reach) mit einem Minus von 28 Prozent auf nur noch 11.800 Exemplare, die Cambridge News (Reach) mit 7100 Exemplaren (-34%) und der Ipswich Star (Archant) mit 5400 Exemplaren (-37%).

Während die Print-Ausgaben der Titel damit für die Verlage rapide an Bedeutung verlieren, investieren sie kräftig in ihre Websites. Denn die erreichen teilweise enorme Nutzerzahlen.

So verzeichnete beispielsweise die Manchester Evening News 2017, das letzte Mal, dass Marktführer Reach Nutzerzahlen seiner Websites über ABC meldete, mehr als 980.000 Zugriffe täglich ("Daily unique browsers") und das Liverpool Echo über 700.000.

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