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Programmoffensive im TV
Das ZDF erklärt 2020 zum Serien-Jahr

Die Mainzer haben eine Vielzahl an ambitionierten Produktionen am Start. Darunter befinden sich, neben internationalen Koproduktionen, auch einige prestigeträchtige Literaturverfilmungen.

Text: W&V Redaktion

12. Februar 2020

Mit einem großen Staraufgebot startet im März die ZDF-Serie "Unterleuten".
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Content ist dieser Tage bekanntlich King – und auch die öffentlich-rechtlichen Sender rüsten ihr Programmangebot in Zeiten von Netflix, Amazon Prime & Co weiter auf.  So auch das ZDF: Das Zweite hat für das laufende Jahr eine Vielzahl an ambitionierten Projekten für alle Kanäle im Portfolio. Einige davon auch Kooperationen, so ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler: "2020 wird das Jahr, in dem die Anstrengungen unserer internationalen Partnerschaften der vergangenen Jahre Früchte tragen."

Den Anfang macht die Neo-Original-Serie "Dunkelstadt", die auf der Berlinale Premiere feiert. Die sechsteilige Detektivgeschichte ist auf ZDF Neo ab 26. Februar zu sehen. Wohl nicht die durchschnittliche Serie: "Dunkelstadt" zitiert laut ZDF die Erzählweise und Ästhetik des Film noir "und interpretiert diese auf moderne Art und Weise."

Im Frühjahr startet auch die Miniserie "Deutscher", die im Auftrag der Redaktion ZDF/Das kleine Fernsehspiel entstand. In vier Folgen müssen sich zwei grundsätzlich gegensätzlich denkende Familien auf einen neuen Alltag einstellen, nachdem im fernen Berlin eine rechtspopulistische Partei gewählt wurde und nun die Regierungsgeschäfte übernimmt.

Internationale Kooperationen

Von den internationalen Kooperationen sind nun ebenfalls einige sendereif. Innerhalb der European Alliance mit France Télévisions und der italienischen RAI hat das ZDF etwa die Thrillerserie "Mirage - Gefährliche Lügen" realisiert. Sie wird ab 22. März ausgestrahlt. Ende 2020 folgt dann noch ein zweites Projekt der Allianz: die historische Abenteuerserie "In 80 Tagen um die Welt", die auf dem Jules-Verne-Klassiker basiert.

Zusammen mit der britischen BBC entstand die Crime-Serie "The Mallorca Files". Hier sind ab Frühjahr 2020 eine britische Ermittlerin und ihr deutscher Kollege auf Mallorca unterwegs, um Mordfälle ihrer Landsleute aufzuklären.

Weitere Projekte sind die Familienserie "Schule fürs Leben" (Arbeitstitel), die vierteilige Katastrophenserie "Sløborn" sowie die sechsteilige Medical-Serie "Ballouz", in der sich Amir Ballouz, Chefarzt einer kleinen Klinik in der Uckermark, in sechs Folgen mit vollem Einsatz seinen Patienten widmet. Und in "Breaking Even", voraussichtlich ab Herbst 2020, geht es um ein dunkles Familiengeheimnis: In sechs Folgen kämpfen zwei ungleiche Frauen für die Wahrheit in einem Skandal um einen milliardenschweren Familienkonzern.

Ein Mix aus Historiendrama und Thriller ist "Shadowplay", voraussichtlich ab Herbst 2020 im Programm. Die vier Folgen drehen sich um einen US-Polizisten, der im Sommer 1946 im kriegszerstörten Berlin mit kriminellen Schwarzmarkt-Händlern und korrupten US-Diplomaten aneinandergerät.

Hochkarätige Literaturverfilmungen

Das ZDF hat außerdem mehrere hochkarätig besetzte Literaturverfilmungen im Gepäck. Etwa den Gesellschaftsroman "Unterleuten" von Juli Zeh, der zum gleichnamigen Dreiteiler wird. Die Story: In einem fiktiven Dorf in der brandenburgischen Provinz leben Wende-Gewinner und -Verlierer zusammen. Als ein Windpark in unmittelbarer Nähe zum Dorf entstehen soll, spaltet das die Bewohner. In der Produktion, die ab 9. März im ZDF zu sehen ist, spielen unter anderem Charly Hübner, Bjarne Mädel, Rosalie Thomass und Dagmar Manzel.

In zwei Teilen verfilmt das ZDF einen Bestseller der Autorin Dörte Hansen: "Altes Land" ist eine Familiengeschichte und erzählt von der Sehnsucht der Menschen nach dem Landleben. Zu sehen ist der Zweiteiler im Herbst 2020.

Die dreiteilige Thrillerserie "Trackers - Rote Spur", die voraussichtlich ab Herbst 2020 ausgestrahlt wird, basiert auf dem Roman des Bestsellerautors Deon Meyers. Sie erzählt von der Arbeit einer Sondereinheit des südafrikanischen Geheimdienstes, die versucht, einen Terrorangriff in Kapstadt zu verhindern.

Ein Prestigeprojekt im Bereich Literaturverfilmung, das bislang noch nicht gedreht wurde, ist natürlich auch die Romanverfilmung von Frank Schätzings Science-Fiction-Bestseller "Der Schwarm". Die Dreharbeiten starten voraussichtlich im Herbst 2020. In Planung befindet sich zudem eine Crime-Serie mit dem Arbeitstitel "Der Überfall". Die sechsteilige Serie dreht sich darum, wie die Menschheit in einer zunehmend komplexen und bedrohlichen Welt um Existenz, Identität und Status kämpft.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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