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#Omagate und Satire
Das ZDF verspottet den WDR mit Grönemeyer-Parodie

Die ZDF-Satireshow "Mann, Sieber!" stichelt mit einer neuen "Männer"-Version gegen die Kollegen des WDR und deren Umgehen mit der "Umweltsau"-Krise.

Text: W&V Redaktion

4. Februar 2020

ZDF-Parodie: So wäre Grönemeyers "Männer" politisch korrekt gewesen.
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Die Aufregung um das "Umweltsau"-Lied, das dem WDR Ende vergangenen Jahres unter dem Hashtag #Omagate einen veritablen Shitstorm bescherte, hat sich gerade etwas gelegt – da greift ein Comedy-Duo das Thema nochmal auf.

Die beiden Kabarettisten Christoph Sieber und Tobias Mann führen in der aktuellen Ausgabe der ZDF Satireshow "Mann, Sieber!" am 4. Februar vor, wie es denn gewesen wäre, wenn Sänger Herbert Grönemeyer beim Einspielen von seines Hits "Männer" auf – vermeintlich – heikle Textpassagen hätte verzichten müssen. Und sticheln damit auch noch einmal gegen die damalige Entscheidung von WDR-Intentand Tom Buhrow, das kritisierte Lied einfach zu löschen.

Bei Grönemeyer sähe das laut Sieber und Mann dann so aus: "Männer nehmen den Arm"? Geht gar nicht, finden der Produzent und sein Studiotechniker. Das müsse heißen, "Männer nehmen in den Arm". Oder "Männer kaufen Frauen"? Das gibt Ärger! Also statt dessen: "Manche Männer mögen Frauen."

"Bekloppte Zeiten"

Und von wegen "Männer lügen am Telefon": "Also, ich fühle mich da angegriffen", finden Techniker und Producer. Daher lieber "Männer gehen ans Telefon" – da sei man auf der sicheren Seite. Und so weiter, und so fort. Und überhaupt: "Wo sind eigentlich die Frauen in dem Song? Gleichberechtigung ist keine Einbahnstraße mehr!" Und so wird am Ende entschieden, den Text doch zur Sicherheit noch mal vom Justiziar begutachten zu lassen.

"Satiriker haben es nicht leicht in diesen bekloppten Zeiten, in denen man die Realität fast nicht mehr zuspitzen kann", so die Macher der Show. Obendrein werde Ironie nicht mehr verstanden, und wenn doch, "ist der Shitstorm nicht mehr fern."

Deswegen wird Herbert Grönemeyer in dem Sketch wohl auch noch mal den Text seines Songs "Currywurst" überarbeiten müssen. Denn Wurst – das gibt sicher wieder Ärger mit den Vegetariern.

Für den WDR bereits die zweite Spott-Aktion innerhalb weniger Tage. Erst am 1. Februar veräppelte ein sendereigenes Format das ungeschickte Umgehen mit der Causa Omagate: In der Satireshow "Mitternachtsspitzen" sang ein "Oma-Chor" seine Antwort auf das umstrittene Lied. Und stichelte unter anderem gegen WDR-Intendant Tom Buhrow, der sich nach Ansicht vieler Kritiker zu schnell entschuldigt hatte: "Unsere Enkel kriegen ganz schnell kalte Füße, kalte Füße, kalte Füße. Damit werden sie mal Chef beim WDR."

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