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Streaming-Plattformen
Dazn: Kündigungswelle durch Bundesliga-Zwangspause

Das Aussetzen der Fußballbundesliga aufgrund der Coronaentwicklungen trifft Streaming-Anbieter, die sich auf Sportübertragungen fokussieren. Besonders hart erwischt es Dazn, zeigt jetzt eine Analyse.  

Text: W&V Redaktion

24. März 2020

Im freien Fall: die Abonnenten-Zahlen von Dazn.
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Vor zwei Wochen berichtete W&V noch von den massigen Abonnentenverlusten des Bezahlsenders Sky. Kein anderer Pay-TV-Anbieter verlor 2019 so viele Kunden. Doch die Coronakrise ändert so einiges. Sie stößt Sky vom Thron der am meisten gekündigten Streaming-Plattformen. Die aktuellen Entwicklungen belasten vor allem den Marktnewcomer Dazn.

26 Prozent aller Kündigungen bei Dazn im laufenden Jahr 2020 wurden in den letzten zehn Tagen eingereicht. Das zumindest sagen die Daten der Vertragsmanagement-Plattform Volders, die für ihre Kunden Verträge verwaltet, kündiget oder alternative Angebote einholt.

Dreimal so viele Kündigungen

Der Grund für die vermehrten Kündigungen bei Dazn ist das Aussetzen der deutschen Fußball-Topligen, insbesondere der Bundesliga – das Kerngeschäft von Dazn in Deutschland. Seit Bekanntgabe der Bundesliga-Zwangspause setzte Volders bei Dazn fast dreimal so viele Kündigungen pro Tag durch wie zuvor.

"Unter der Zwangspause leiden nicht nur die Vereine wegen fehlender Einnahmen aus den Stadien, sondern auch die Sender, die die Spiele übertragen", sagt Mathias Rhode, Chief Marketing Officer von Volders. "Besonders hart trifft es den Streaming-Dienst Dazn, der neben den Freitags-, Montags- und einigen Sonntags-Spielen der Bundesliga auch eine Vielzahl von weiteren Sportevents sendet." Und da kommerzieller Sport praktisch nicht mehr stattfindet, brechen Dazn nach und nach immer mehr Inhalte weg.

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Ein Pluspunkt wird Dazn zum Verhängnis

Ein weiterer Grund für die Kündigungsflut: Nutzer können das Streaming-Portal jeden Monat kündigen. Im Gegensatz zum Beispiel zu Sky-Kunden gehen sie keine lange Bindung und damit kein Risiko ein. Diese Flexibilität, die für die Nutzer eine deutlich niedrigere Einstiegshürde bedeutet, kristallisiert sich für Dazn nun als Nachteil heraus.

Hinzu kommt, dass Sky durch Inhalte wie Serien, Filme und Dokumentationen deutlich breiter aufgestellt und damit weniger vom Sport abhängig ist. Allein am Sonntag nach Bekanntgabe der Pause trennten sich fast viermal so viele Kunden von Dazn wie bisher.

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