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Europäische Kult-Show
Der Eurovision Song Contest bekommt USA-Ableger

Rund acht Millionen Menschen waren vor dem Bildschirm dabei, als die italienische Rockband Måneskin den Sieg holte. Ab 2022 darf man auch in den USA mitfiebern: NBC hat die Rechte am Format gekauft.

Text: W&V Redaktion

25. Mai 2021

Sorgten für Wirbel: Die ESC-Gewinner Måneskin.
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Auch wenn es für den deutschen Beitrag (mal wieder) nicht so gut lief, waren doch viele Menschen am Samstag Abend an den Darbietungen des Eurovision Song Contest (ECS) interessiert: Insgesamt schalteten knapp acht Millionen Zuschauer die Live-Show aus Rotterdam ein – das entspricht einem Marktanteil von 31,6 Prozent.

Diese Quote setzt sich allerdings aus den Sehern auf zwei Kanälen zusammen: Im Ersten waren es zwischen 21 und 1 Uhr im Schnitt rund 6,54 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 26,7 Prozent) – das niedrigste Ergebnis seit 2008 in Belgrad. Auf One verfolgten weitere 1,2 Millionen Interessierte (4,9 Prozent MA) das Spektakel, bei im Rahmen eines Experiments auch Live-Publikum in der Halle anwesend sein durfte.

Die junge Zielgruppe ist dabei

Sorgen müssen sich die Senderverantwortlichen aber wohl nicht machen: In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen erzielte der Wettbewerb, den der italienische Beitrag "Zitti e buoni" ("Leise und brav") der Rockband Måneskin haushoch gewann, über 45 Prozent Marktanteil – deutlich mehr als beim letzten regulären Wettbewerb im Jahr 2019.

Dass der Musik-Wettbewerb in Europa nach wie vor zu den wichtigsten TV-Events des Jahres zählt, weiß man auch in den USA. Interesse an dem Format gibt es dort schon länger – nun hat der Sender NBC Nägel mit Köpfen gemacht: Nach Angaben der Wie European Broadcasting Union (EBU) hat sich das TV-Network Fernsehsender die Rechte an der Übertragung des ersten Song Contests in den USA gesichert. 2022 soll er erstmals stattfinden.

Drei Runden bis zum Finale

Das Konzept soll in etwa so aussehen: Die fünfzig US-Bundesstaaten, die Außengebiete Amerikanisch-Samoa, Nördliche Marianen, Puerto Rico und Amerikanische Jungferninseln sowie die Hauptstadt Washington sollen jeweils einen Teilnehmer ins Rennen schicken. Das können Solokünstler, Duos oder Bands mit bis zu sechs Mitgliedern sein.

Ausgetragen wird der Contest voraussichtlich über drei Runden: Auf eine Qualifikationsrunde soll eine Halbfinal-Runde und schließlich das Finale folgen. In fünf Qualifikations-Events wetteifern jeweils vier Staaten um den Einzug ins Halbfinale. In den beiden Semi-Finals treten dann voraussichtlich je zehn Länder gegeneinander an, von denen sich pro Event fünf qualifizieren. In der Finalshow sollen schließlich die zehn Besten um den Sieg singen. Das kann sich allerdings noch ändern – eine offizielle Bestätigung steht noch aus.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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