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Auftritt in der ARD
Die Ärzte in den Tagesthemen: Begeisterung und leise Kritik

Das gab's noch nie. Die "Tagesthemen" wurden am Freitag mit Livemusik eröffnet: "Die Ärzte" machten auf die Existenznöte von Künstlern aufmerksam. Das Netz ist begeistert. Trotz vereinzelter Kritik.

Text: W&V Redaktion

27. Oktober 2020

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"Hier ist das Ärzte Deutsche Fernsehen mit den Tagesthemen": Der überraschende Auftritt der Kult-Punkband in den Tagesthemen vom Freitag Abend hat im Netz enormes Echo ausgelöst. Die Ärzte bekamen für die Aktion viel Zuspruch.

Die Twitter-Nutzer waren überwiegend begeistert. "Manchmal kommt der heitere Moment des Tages vollkommen unverhofft", schrieb eine Nutzerin. Der Beitrag des Senders erhielt Tausende Likes. Auf Youtube und Instagram wurde das entsprechende Video jeweils rund eine Million mal geteilt. Viele Nutzer kommentierten den Auftritt positiv. Manche kritisierten allerdings auch, dass der Sender der Band dadurch kostenlose Werbung für ihr neues Album "Hell" ermögliche, das am Freitag erschienen war.

Die Band appellierte in der ARD-Sendung an die Politik, in der Corona-Krise die Kulturbranche nicht zu vergessen. Die Menschen, die in der Musikszene arbeiten, würden in Zeiten von Corona ignoriert, sagte Ärzte-Sänger Farin Urlaub. "Das Problem ist tatsächlich, wir nehmen Kultur als gegeben hin, Kultur ist einfach immer da."

"Die Not von Kulturschaffenden und Veranstaltungsbranche ist groß"

Dabei falle zu wenig auf, dass Kultur nicht nur kommerziell erfolgreiche Bandmusiker wie sie selbst brauche, sondern einen ganzen Unterbau: Clubbetreiber, Roadies (also Technik- und Aufbauhelfer) sowie kleinere Bands, die noch keine Plattenverträge haben. Wenn das wegbreche, entstehe ein "langfristiger Schaden".

Schlagzeuger Bela B. berichtete, dass wegen der fehlenden Auftrittsmöglichkeiten in der Krise viele Betroffene seit sieben Monaten keine Arbeit hätten. "Wir hoffen, die Politiker dazu zu bringen, diese Branche mit 1,4 Millionen Menschen auch zu sehen." Autokonzerte oder Stream-Auftritte spielten für die Band als Überbrückungsmöglichkeit in der Corona-Krise keine Rolle. "Das passt nicht zu uns. Unser Publikum muss sich aneinander reiben", sagte Bela B. Ihre geplante Tour hatten Die Ärzte aufs nächste Jahr verschoben.

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Die Bundestagsabgeordnete Tabea Rößner (Grüne) empfand den Auftritt als "befremdlich", wies aber zugleich darauf hin, dass die Band ein drängendes Thema der Corona-Krise angesprochen habe: "Die Not von Kulturschaffenden und Veranstaltungsbranche ist groß. Die Hilfsgelder
müssen passgenau ausgestaltet werden, damit sie bei denen ankommen, die sie dringend brauchen." Claas Rohmeyer, CDU-Abgeordneter der
Bremischen Bürgerschaft, nannte den Auftritt "unerwartet" und "cool". Der Virologe Hendrik Streeck teilte den Beitrag auf Twitter.

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