Anzeige

Öffentlich-rechtliches TV
Die ARD baut auf Vertrauen

Der ARD-Vermarkter AS&S zieht bei der jährlichen Medienlese in Berlin Bilanz: Brand Safety soll die Kunden auch weiter überzeugen.

Text: W&V Redaktion

20. September 2019

AS&S-Geschäftsführerin Elke Schneiderbanger (5.v.l.) mit ihrem Team.
Anzeige

Leicht haben sie es nicht, die öffentlich-rechtlichen Vermarkter. Die lineare TV-Nutzung geht allgemein zurück. Die sie mit Werbung im digitalen Bereich aber nicht kompensieren können – denn Online-Werbung ist ARD und ZDF bekanntlich nicht gestattet.

"Es war kein einfaches Jahr", so die Bilanz von Elke Schneiderbanger, Geschäftsführerin der TV- und Radio-Vermarktungsgesellschaft ARD Werbung Sales & Services, bei der diesjährigen Medienlese in Berlin. Gefeiert wurde im Schwimmbad. Nun ja, fast: Die Präsentation der Programmhighlights des kommenden Jahres fand tatsächlich in einem Schwimmbecken statt. Genauer: Im Hotel Oderberger, dessen Pool sich durch einen eingezogenen Boden in einen Festsaal verwandeln lässt.

Verantwortung für Marken

Die digitale Transformation verändere die Markenkommunikation. Der öffentlich-rechtliche Vermarkter halte mit Qualität und Werten dagegen. "Trust me" sei das Motto der kürzlich in Köln stattfindenden Digitalmesse Dmexco gewesen - Vertrauen sei auch das Motto der AS&S. "Aus Verantwortung gut -Sicherheit für ihre Marke"; dieser Claim soll für sichere Werbeumfelder stehen.

Denn Vertrauen sei für das Publikum ein ganz großes Thema: Für 85 Prozent der Konsumenten ist Markenvertrauen entscheidend, 23 Prozent sind enttäuscht von Marken. Schneiderbanger: "Diese Lücke müssen wir schließen." Die wichtigste Vermarktungsschiene sei der Vorabend. Und der ende mit der "Tagesschau" – und somit "zuverlässiger und glaubwürdiger Information".

Echte News

Die Wichtigkeit von geprüften Meldungen statt Fake-News betont auch RBB-Intendantin Patricia Schlesinger. Sie begründe den Vertrauensvorsprung der Öffentlich-Rechtlichen gegenüber der digitalen Konkurrenz, die vor allem das junge Publikum abgreift. "Die jungen Zielgruppen kann man nicht mehr mit Fernsehverbot bestrafen, eher mit einem geänderten WLAN-Passwort", so Schlesinger.

Denn diese Altersgruppe sucht News eher in Facebook und im Netz. Gerade mit dem Aufkommen von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz würde aber ein Großteil der Facebook-Meldungen manipuliert. "Unsere Nachrichten bleiben echt", so Schlesinger.

Doch nicht nur über Vertrauen und Seriosität will der Sender Publikum und Werbekunden binden. Letztlich entscheidet das Programm. Zwei sportliche Highlights stehen 2020 an: die Fussball-Europameisterschaft und die Olympischen Sommerspiele in Tokio.

Babylon Berlin geht weiter

Weitere Programm-News: In der Unterhaltungssparte wird es 150 neue Folgen der Quiz-Sendung "Wer weiß denn sowas?" mit Kai Pflaume geben, bei der Information begleitet die Sendung "Brisant" die Seher künftig täglich und sendet ab April auch am Sonntag.

Ein besonderes Schmankerl hält der Bereich Fiction bereit: Hier stellte ARD-Programmdirektor Volker Herres den Trailer der neuen Staffel mit zwölf Folgen von "Babylon Berlin" vor. Die Erwartungen an die Fortsetzung sind hoch - zumindest wenn es um die Zuschauerzahlen geht. Denn die Sendezeit der Serie, die gemeinsam mit dem Pay-TV-Anbieter Sky produziert wird, liegt nach 20 Uhr – und damit außerhalb der Vermarktungsschiene.

Anzeige