Anzeige

Fachkongress
Die Medientage München sind in Bewegung

Neue Themen, neue Halle, neue Ticketstruktur: Die 32. Medientage München sind ein gutes Stück anders als ihre Vorgänger. Motto 2018: "Engage! Shaping Media Tech Society".

Text: W&V Redaktion

21. September 2018

Stefan Sutor, hier bei der Eröffnung der Medientage 2017
Anzeige

Manchmal braucht es einen kleinen Anstoß, um einen großen Schritt zu machen. Im Fall der Medientage München war es etwas eher Banales wie eine Terminüberschneidung, die dafür sorgte, dass sich die Traditionsveranstaltung nicht nur wie schon in der jüngeren Vergangenheit im übertragenen Sinne inhaltlich, sondern in diesem Jahr auch im wortwörtlichen Sinne bewegt.

Die Medientage ziehen um, vom angestammten ICM in das Conference Center Nord und die Halle C6 der Messe München. Für Stefan Sutor, Vorsitzender der Medientage-Geschäftsführung, ist der Umzug nicht nur sichtbares Zeichen der Neuerungen, sondern gleichzeitig hilfreich bei der Umsetzung der konzeptionellen Änderungen.

"Wir wollen die Messe besser mit der Konferenz verschränken. Die neue Halle gibt uns dazu die räumlichen Möglichkeiten", sagt Sutor, der besonders auf den "großen StartUp-Bereich" hinweist, den es bei der Veranstaltung, die vom 24. bis 26. Oktober stattfindet, geben soll.

Für eine bessere Verbindung von Konferenz und Ausstellung soll auch die veränderte Ticketstruktur sorgen. Neu im Programm ist hier die Kategorie Conference Basic (290 Euro), mit der sich Ausstellung und Konferenz wesentlich preiswerter besuchen lassen als mit dem klassischen Ticket, das jetzt unter Business (590 Euro) firmiert und zusätzlich die Teilnahme an Master Classes, Nacht der Medien sowie das Catering vor Ort umfasst.

Auf diese Weise sollen die Medientage auch für ein jüngeres und digitaler ausgerichtetes Publikum attraktiver werden. Eine weitere Neuheit gibt es übrigens schon seit Mitte August zu sehen: erstmals kooperieren Medientage und Kunsthalle München. Die Ausstellung "Lust der Täuschung" können Inhaber eines Kongress-Tickets zum halben Preis besuchen. 

Auch Jean-Remy von Matt spricht 

Entscheidend für Erfolg oder Misserfolg der Veranstaltung sind am Ende des Tages aber vor allem die inhaltlichen Angebote. Schon das Motto "Engage! Shaping Media Tech Society" lässt erahnen, dass die 32. Medientage anders ausgerichtet sind als ihre Vorgänger. " Ein Format wie der frühere Print-Gipfel ist einfach nicht mehr zeitgemäß", sagt Stefan Sutor.

Gleichzeitig wolle man aber die klassischen Themen nicht vernachlässigen, gerade TV und Radio spielen traditionell eine wichtige Rolle, finden sich auch weiterhin mit eigenen Gipfeln im Programm wieder. Sutor sieht hier keinen Widerspruch. Von den wesentlichen Zukunftsfragen seien ja alle gleichermaßen betroffen.

Tatsächlich taucht schon bei den ersten Programmpunkten am Eröffnungstag sehr häufig das Wort Future auf. Mit Interesse wird dabei beispielsweise das Gespräch mit BR-Intendant Ulrich Wilhelm und Max Conze, dem CEO von ProSiebenSat.1, erwartet.

Zu Wort kommen in weiteren Gesprächen auch Moderatorin Palina Rojinski zum Thema Influencer oder Stephanie Caspar, Vorstand für Technologie und Daten bei Axel Springer. Mit von der Partie wird auch Facebooks Europa-Chef Martin Ott sein. Gerade für die Werber- und Marketing-Branche aus vielerlei Gründen interessant: Jean-Remy von Matt wird über das Spannungsfeld zwischen Technologie und Kreativität sprechen, der durchaus viel versprechende Untertitel lautet "Sie lieben sich. Sie brauchen sich. Und sie hassen sich dafür".

Medien und Gesellschaft

Einen besonderen Stellenwert soll bei den Medientagen "die wichtige Rolle der Medien in der Gesellschaft" erhalten, sagt Stefan Sutor. Gesellschaftspolitische Aspekte sollen dabei nicht ausgeklammert werden. So diskutieren beim Journalism Summit unter anderem Julia Bönisch, Chefredakteurin von sz.de und Mitglieder der Chefredaktion der Süddeutschen Zeitung, und Watson.de-Chefredakteurin Gesa Mayr über die Frage "Wie liberal ist unsere Meinungsdemokratie wirklich?". Der Impuls für das Thema kommt von ORF-Mann Armin Wolf. 

Insgesamt gehe es, sagt Sutor, um die Fragen: "Wohin entwickelt sich das? Welche Auswirkungen hat die Technisierung der Medien auf die Gesellschaft?" Es müsse natürlich auch darüber gesprochen werden, wie Medien in Zukunft ihr Publikum erreichen können. 

Inhaltlich schlägt sich das unter anderem in Themenschwerpunkten zu den Bereichen Blockchain und Künstliche Intelligenz nieder. "Den Blick in eine komplett andere Welt" soll der Thementag China am Donnerstag ermöglichen. Dabei geht es zum Beispiel um mobile Lösungen in den Bereichen Shopping, Streaming und Bezahlung, die dort schon selbstverständlicher Bestandteil des Lebens sind.

Innovationen und StartUps

Eine Art Kernzelle der Veränderung bei den Medientagen ist das MediaLab Bayern. Lab-Chefin Lina Timm hat mit ihrem "Rockets & Unicorns"-Programm bereits in den vergangenen Jahren quasi vorweggenommen, was inzwischen mehr oder weniger Kern der Medientage ist. Auch in diesem Jahr bestreitet das MediaLab ein umfangreiches Programm, aufgeteilt in Strategy Day, MediaTech Day und Founders Day. An allen drei Tagen geht es um Innovationen und StartUps der Branche. 

Zu einem gefragten Anlaufpunkt für potenziellen Nachwuchs der Branche hat sich der Mediencampus entwickelt. "Box Dich in die Medien!" war das Motto des MedienCampus auf 2017, dabei wurde ein Boxring wurde zur zentralen Bühne. Diesmal geht es in den Wilden Westen, die Begründung der Macher: "Die Medienbranche mit Journalismus, Film, Games, Medientechnik, Medieninformatik und Medienmanagement ist nicht nur genauso wild wie der Westen. Dank Virtual Reality, Social Media, Künstlicher Intelligenz und Blockchain herrscht auch Goldgräberstimmung."

Anzeige