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IVW-Bilanz
Die Top 10 der Publikumszeitschriften verlieren alle

Der Auflagenrückgang der Publikumszeitschriften setzt sich weiter fort. Im vierten Quartal 2019 verkauften die zehn auflagenstärksten Magazine weniger als im Vorjahreszeitraum.

Text: W&V Redaktion

17. Januar 2020

Die IVW-Bilanz im Überblick.
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Print hat weiter zu kämpfen: Die Top zehn der meistverkauften Publikumszeitschriften verlieren auch im letzten Quartal des vergangenen Jahres an Auflage. Am härtesten trifft es die Programmzeitschriften, die allerdings auch insgesamt zu den höchstauflagigen Blättern zählen: TV Digital (-9,7 Prozent) und TV Direkt (-8,1 Prozent). 

Der Spiegel und Landlust, die beiden einzigen Nicht-Programmies unter den auflagenstärksten Zehn, schneiden ebenfalls schlechter ab als im Vorjahr. Wobei der Spiegel mit weniger als drei Prozent Minus noch glimpflich davonkommt. Dessen Wettbewerber Focus und Stern trifft es härter: Focus verkauft im vierten Quartal 349.944 Exemplare, 15,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Stern rangiert im gleichen Zeitraum bei 440.284 verkauften Heften - 8,4 Prozent weniger.

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Zu den prozentualen Gewinnern der IVW-Bilanz zählen kleinere Zeitschriften wie das Magazin Katapult, das sich bei den Abos und Einzelverkäufen um 109,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigerte. Auch Freizeit pur (+74,2 Prozent) und Freizeit Total (+57,4 Prozent) konnten zulegen. Insgesamt verkauften nur 116 der 468 von der IVW-geprüften Titeln mehr als im Vorjahr. 

Die Auswertung zeigt außerdem, dass Abo-Verkäufe weniger stark einbrechen wie Einzelverkäufe. Ebenfalls ist ein titelübergreifender Trend zum E-Paper zu erkennen: die Auflage steigt bei den Zeitschriften um rund 20 Prozent. 

Verlust mit Sondereffekt

Die Bilanz der überregionalen Zeitungen ist ebenfalls durchwachsen: So büßen die Springer-Titel Bild, Welt und Bild am Sonntag bei der harten Auflage über zehn Prozent ein. Eine Zahl, die allerdings noch durch einen Sondereffekt etwas verfälscht wird: Bis Ende 2018 war der Titel Fußball Bild noch auf dem Markt, der der Gesamtauflage zugerechnet wurde und so für höhere Zahlen im Gesamtverkauf der Marke Bild sorgte. Erst im ersten Quartal 2020 wird dieser Effekt nicht mehr spürbar sein.

Besser sieht es bei den Wochenzeitungen aus. Etwa bei der Zeit - sie verdankt ihr leichtes Plus von 0,4 Prozent vor allem dem Aufwärtstrend ihrer digitalen Abos. Auch die Welt am Sonntag verzeichnet ein kräftiges Wachstum (+8,7 Prozent). 

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