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IVW Publikumszeitschriften
Die Top 30 Magazine - sechs sind im Plus

Ja, es gibt Auflagengewinner in der IVW für das erste Quartal 2019. Es sind wenige - und die legen moderat zu. Der Überblick:

Text: W&V Redaktion

24. April 2019

Es wird nicht unbedingt weniger gelesen - aber weniger auf Papier.
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Die Auflagenzahlen der IVW (1. Quartal 2019) bestätigen lediglich, was wir schon wissen: Die Magazine verlieren weiterhin zahlende Leser. Nicht einmal mehr die Landmagazine stabilisieren die Gattung. Der Trend zu "Wohnen & Garten" scheint vorbei. Vorzeigeheft Landlust steht mit einem Minus von 4,5 Prozent da (Verkauf: 780.000) - was immerhin ein kleineres Minus ist als noch vor einem Jahr (-10%).

Doch es gibt auch Gewinner: Das Magazin Bunte fängt sich und gewann im Vergleich zum Vorjahr 1,8 Prozent bei der verkauften Auflage dazu (auf nunmehr fast 440.000), die wöchentlichen Frauentitel Aktuelle und Freizeitwoche gar um 4,2 bzw. 2,5 Prozent (auf rund 321.000 bzw. 400.000). Die Programmzeitschriften Nur TV Plus (+2,5%), TV  für mich (+1,7%)  und TV  pur (+0,4%) legten ebenfalls ein bisschen zu. 

Unter den meistverkauften 30 Titeln war es das aber mit den guten Nachrichten. Der Focus büßte 12,2 Prozent ein und verkauft nur noch 374.000 Hefte (Platz 20). Fast genauso deutlich verliert der Stern  (-11,7%; 476.000, Platz 16). Und selbst die fünf auflagenstärksten Titel, alles Programmies, weisen in der IVW ein Minus von 3,3 Prozent (Hörzu) bis 11,2 Prozent (TV Digital) aus.

Allerdings, stellt der Datenservice PZ-Online klar: "Erstens handelt es sich oft bloß um eine Art Gegenbuchung zur steigenden digitalen Nutzung der entsprechenden Medienmarke. Zweitens bleiben die Minusraten bei Print oft im moderaten einstelligen Bereich."

Die 30 stärksten Titel: Auflagen für dsa erste Quartal 2019 und Gewinne/Verluste.

Die Betrachtung nach Segmenten zeigt, wo Gewinner und Verlierer liegen.

Nur Verluste weist die Liste der 14-täglichen Frauenzeitschriften aus. Brigitte, Freundin, Für Sie und Meins schaffen es zusammen noch auf 928.000 verkaufte Hefte und verlieren zwischen 4,2 (Meins) und 11,7 Prozent (Freundin). Die wöchentlichen Frauenhefte kennen mehr Verlierer als Gewinner (zwei davon oben) und bauen insgesamt ab. Genauso wie die aktuellen Magazine, die von Spiegel bis Intouch eine große Bandbreite umfassen und nur zwei Gewinner kennen: Neben der Bunten legte noch die FAZ Woche zu (+3%).

Auflagenstärkster Printtitel bei den aktuellen Magazinen ist der Spiegel vor Stern, Bunte und Focus. Während der Spiegel die Verluste im Vergleich zu denen Anfang 2018 bremsen konnte, hat sich das Minus bei Stern und Focus noch verschärft.

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Die übrigen Gattungen, selbst so vielversprechende wie Eltern-, Gesundheits- oder Esszeitschriften, ebenso Sportmagazine, müssen Verluste im Printverkauf melden. Weiter massiv rückläufig sind die Jugendmagazine.

Und selbst die frei verteilte und auflagenstarke Apotheken-Umschau (gut 8,9 Millionen Exemplare) verliert 4 Prozent.

Einzelkämpfer gegen den Trend

Gegen den Trend in ihrer Kategorie laufen vereinzelte Nischenmagazine, zum Beispiel das Öko-Test Magazin (einziger Gewinner unter den Wissensmagazinen mit einem satten Plus von 20,6 Prozent) und T3N (IT/Telekommunikation) mit einem Plus von 21,6 Prozent auf nunmehr immerhin gut 37.000; außerdem das Lifestyleheft Fit for Fun (128.199), das mit plus 16,8 Prozent in einem bröselnden Markt zulegt - hier hat der Einzelverkauf angezogen.

Bei den Reisemagazinen weist Geo Special einen Zuwachs von 39,1 Prozent aus und zählt 57.837 verkaufte Hefte. Im einstigen Zeitschriften-Eldorado Wohnen und Garten entwickeln sich nur noch Architektur und Wohnen (+3,9%) sowie Landidee Wohnen und Deko (+18,0%) positiv.

Bei den monatlichen Frauentiteln, denen ebenfalls massiv die Printleserinnen wegbrechen, tun sich unter den Magazinen mit über 100.000 verkauften Heften Petra (+11,7%), Donna (+8,8%) und Cosmopolitan (+2,7%) hervor. Zufrieden sein dürften auch die Herausgeber von Zeit für mich (+14,5%), Emotion (+11,7%) und Burda Style (+11%).

Bei den Wirtschaftstiteln schneiden einige Flaggschiffe gut ab, sodass sich ein gemischtes Bild ergibt: So ist Brand eins (+13,5%) ebenso wie das Handelsblatt (+5,4%) und das Manager Magazin (+4,0%) im Plus; dafür müssen Guter Rat (-6,9%), VDI Nachrichten (-3,4%) und Capital (-2,3%) Leser abgeben.

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