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Großbritannien
Digitaler Werbemarkt im Würgegriff von Google und Facebook

Der Marktanteil der beiden Internetgiganten an den britischen Digitalspendings wächst und wächst. Das Brexit-Chaos verschärft den Trend sogar.

Text: W&V Redaktion

1. April 2019

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Der Löwenanteil der digitalen Werbespendings in Großbritannien fließt in die Kassen von Google und Facebook. Und dieser Anteil wird in den nächsten Jahren sogar noch weiter steigen. Dies besagt eine aktuelle Prognose des Marktforschers Emarketer.

Danach steigt der Anteil des Duopols an den gesamten Digitalspendings im Vereinigten Königreich von 62,7 Prozent im vergangenen Jahr auf 63,3 Prozent in diesem Jahr – 38,8 Prozent landen dabei bei Google, 24,5 Prozent bei Facebook.

Insgesamt werden die digitalen Spendings 2019 um elf Prozent auf 14,7 Milliarden Pfund (17 Mrd. Euro) zulegen. 9,3 Milliarden Pfund (10,8 Mrd. Euro) entfallen davon auf Google und Facebook.

Der Anteil der beiden Internetgiganten an den Digitalspendings in Großbritannien ist damit sogar höher als auf dem US-Markt, wo er dieses Jahr bei prognostizierten 59,3 Prozent liegen wird.

Brexit "wesentlicher Treiber" für den Trend

Bis 2021 wird der Anteil von Google und Facebook in Großbritannien sogar auf 64,7 Prozent steigen. Laut Emarketer gibt es dafür einen wichtigen Grund: "Der Würgegriff des Duopols auf den britischen digitalen Werbemarkt verstärkt sich noch, wobei die Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Brexit ein wesentlicher Treiber für diesen Trend sind", sagt Emarketers UK-Analyst Bill Fisher.

Werbegelder würden vor allem deshalb vermehrt in den Digitalbereich fließen, "weil es hier weniger Friktionen dabei gibt, Spendings hineinzupumpen oder wieder herauszunehmen", so Fisher weiter. "Das ist etwas, auf das kostenbewusste  Werbungtreibende angesichts des gegenwärtigen wirtschaftlichen Klimas sehr achten."

Facebook nimmt Google Marktanteile ab

Allerdings: Bis zum Jahr 2021 kommt es laut Emarketer zu einer deutlichen Umschichtung bei den Marktanteilen des Duopols. So wird der Anteil von Google von 40 Prozent (2018) auf 36,7 Prozent zurückgehen während der von Facebook von 22,7 Prozent (2018) auf 28 Prozent steigt.

Hinzu kommt, dass die Facebook-Tochter Instagram ihren Marktanteil nahezu verdoppeln kann – von 4,9 Prozent (2018) auf 9,4 Prozent im Jahr 2021. Schon dieses Jahr kann Instagram laut der Prognose die Werbeeinnahmen in Großbritannien um 52 Prozent auf 984,9 Millionen Pfund (1,14 Mrd. Euro) steigern.

Großbritannien ist seit Jahren der mit Abstand größte digitale Werbemarkt in Europa mit einem Anteil an den Gesamtwerbespendings von deutlich über 60 Prozent. TV und Hörfunk spielen auf der Insel eine weit geringere Rolle, auch deshalb, weil die Fernsehprogramme der BBC sowie die weiterhin starken BBC-Radios komplett werbefrei sind.

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