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Unternehmensstrategie
Discovery will ins Streaming-Geschäft einsteigen

Der US-Konzern verfügt über eine riesige Content-Bibliothek im nicht-fiktionalen Bereich. Erste Gespräche mit möglichen Distributions-Partnern laufen bereits.

Text: W&V Redaktion

13. Januar 2020

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Der US-Medienkonzern Discovery Inc. denkt nun ebenfalls über den Launch eines eigenen Videostreamingdienstes nach. Während einer Telefonkonferenz mit Investoren in der vergangenen Woche sagte President und CEO David Zaslav, dass das Unternehmen auf den klassischen Kabel- und Pay-TV-Plattformen zwar immer noch gut performe, dass das Geschäft aber ohne eine weitere Expansion keine langfristige Wachstumsperspektive habe.

Für den Start eines eigenen Streamingdienstes, so Zaslav weiter, sei es allerdings erforderlich, die traditionellen TV-Distributoren mit an Bord zu holen. Mit einigen von ihnen gebe es bereits fortgeschrittene Gespräche. Konkret nannte er dabei die Kabelnetzriesen Comcast und Charter.

Schon vor einiger Zeit hatten mehrere Discovery-Manager angedeutet, dass der Konzern eine eigene Streaming-Plattform launchen könnte, auf der die verschiedenen Medienmarken des Unternehmens zusammengeführt werden. Zu Discovery gehören neben dem Discovery Channel auch Kabelsender wie TLC, Animal Planet, das Food Network, der Home & Garden-Kanal HGTV, Dmax sowie Eurosport.

Ebenfalls vergangene Woche hatte auch Discovery-CFO Gunnar Wiedenfels – bis März 2017 CFO bei ProSiebenSat.1 – erklärt, dass das Unternehmen die Möglichkeit eines Streaming-Angebots speziell für ein weibliches Publikum auslote.

Ein Riese im Non-fiction-Bereich

Im Non-fiction-Bereich "könnten wir gar nicht größer sein", betonte Zaslav während der Telefonkonferenz. Keiner der großen Player auf dem Streaming-Markt verfüge über genügend Content. "Alle sind sie zu uns gekommen und haben gesagt: 'Ihr habt eine riesige Bibliothek für Frauen, für Familien, Eure gesamte Content-Bibliothek ist sogar größer als die von Netflix.'"

Entsprechend habe es auch Gespräche mit einigen großen Streaming-Anbietern gegeben. "Aber letzten Endes sind wir zu dem Schluss gekommen", so Zaslav, "dass wir es alleine machen können."


Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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