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Unternehmensstrategie
Disney integriert Hulu in die Streaming-Division

Der Entertainment-Konzern organisiert das Streaming-Geschäft neu. Alles kommt nun unter ein Dach. Auf dem US-Markt wächst Hulu derzeit stärker als Marktführer Netflix.

Text: W&V Redaktion

4. Februar 2020

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Reorganisation des Videostreaming-Geschäfts bei der Walt Disney Company: Der größte Entertainment-Konzern der Welt zieht organisatorisch und personell den im vergangenen Jahr komplett übernommenen Streamingdienst Hulu noch näher an sich. Künftig agiert Hulu als Teil der Direct-to-Consumer-Einheit von Disney, zu der auch die beiden anderen Dienste des Konzerns Disney+ und ESPN+ gehören.

Im Zuge dieser Maßnahme wird auch Hulus bisheriger CEO Randy Freer in den nächsten Wochen zurücktreten. Die verbleibenden Manager des Dienstes berichten künftig direkt an Kevin Mayer, dem Chairman der Division Direct-to-Consumer & International bei Disney.

Der Schritt legt nahe, dass das Mouse-Haus an dem im vergangenen Jahr angekündigten Plan einer internationalen Expansion auch von Hulu festhalten will. Disney+ startet die erste große Welle des internationalen Rollouts am 24. März, unter anderem mit dem Launch in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien.

Auf dem US-Heimatmarkt hat Hulu derzeit einen Lauf. Zum Ende des dritten Quartals 2019 verzeichnete der Streamingdienst nach eigenen Angaben 28,5 Millionen Abonnenten. Nach dem Launch von Disney+ am 12. November und dem damit verbundenen Bundle-Angebot von Disney+, Hulu und ESPN+ für 13 Dollar pro Monat stieg die Zahl der Neu-Abonnements laut dem New Yorker Marktforscher Antenna Analytics nochmals schlagartig an.

Mittlerweile dürfte Hulu bereits die Marke von 30 Millionen Abonnenten deutlich überschritten haben. Damit verzeichnete Hulu im vierten Quartal auf dem US-Markt ein doppelt so starkes Abonnenten-Wachstum wie Marktführer Netflix, der in den letzten drei Monaten des Jahres lediglich ein Plus von 420.000 Neu-Abonnenten meldete.


Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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