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Launch von Disney+
Disney-Sender verbannen Werbespots von Netflix

Vor Start des eigenen Streamingdienstes: Die traditionellen Entertainment-Programme des Disney-Konzerns akzeptieren jetzt keine Werbespots mehr von Netflix. Mit einer einzigen Ausnahme.

Text: W&V Redaktion

7. Oktober 2019

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Kurz vor dem Launch des eigenen Videostreamingdienstes Disney+ verbannt die Walt Disney Company Werbespots von Netflix aus den eigenen Entertainment-Fernsehkanälen – so beim Flaggschiff-Network ABC sowie den Kabelsendern FX, Freeform und Disney XD.

Wie das Wall Street Journal zuerst berichtete, hatte Disney zunächst wohl einen Werbebann für sämtliche konkurrierenden Videostreamingdienste geplant, sich zuletzt aber nur für den Ausschluss der Netflix-Spots entschieden.

Der Schritt legt nahe, dass Disney inzwischen seine traditionellen Sender und das Videostreaming-Angebot Disney+, das im November in den USA, in Kanada, den Niederlanden, Australien und Neuseeland an den Start geht, als integrierte Business-Unit versteht und deshalb künftig keine Werbung für Konkurrenzprodukte akzeptiert.

NBC Universal und Warner Media, zwei der wichtigsten Konkurrenten Disneys im traditionellen TV-Bereich, die ebenfalls in den nächsten Monaten eigene Streamingdienste launchen wollen, erklärten inzwischen, dass sie sich der Disney-Strategie nicht anschließen und weiterhin Werbespots auch von konkurrierenden Streaming-Anbietern akzeptieren werden.

Ein "Mickey-Mouse-Manöver"

Obwohl Netflix gewaltige Summen in seine Werbemaßnahmen investiert, dürfte der Netflix-Werbebann bei den Disney-Kanälen zu keinen größeren Verlusten bei den Werbeeinnahmen führen. Denn es gibt eine entscheidende Ausnahme: Der Disney-Sportkanal ESPN wird auch weiter Netflix-Spots ausstrahlen – da Netflix über kein eigenes Angebot im Sportbereich verfügt.

Und es ist ESPN, das mit Abstand den größten Teil der Netflix-Werbegelder, die dieses Jahr in Disney-Kanäle geflossen sind und die sich bislang auf etwa 17,5 Millionen Dollar summierten, für sich verbuchen konnte. Ein Grund, weshalb das US-Branchenmagazin Advertising Age in Zusammenhang mit dem TV-Werbebann von einem "Mickey-Mouse-Manöver" spricht.

Lizenz-Deal mit Amazon für Südamerika

Netflix-Konkurrent Amazon Prime Video – nicht betroffen vom Werbebann – hat offensichtlich bessere Karten beim Disney-Management und konnte in den vergangenen Wochen sogar einen neuen Lizenz-Deal aushandeln.

So sicherte sich der Amazon-Dienst die Rechte an mehreren Disney-Filmen für sein Angebot in Südamerika – darunter für die vier "Toy Story"-Filme, "The Lion King", "Avengers: Endgame" sowie für mehrere TV-Serien. Allerdings läuft der Deal lediglich bis September nächsten Jahres, da Disney seinen eigenen Streamingdienst im ersten Quartal 2021 auch in Südamerika launchen will.

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