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Videostreaming
Disney zieht Filme und Serien von Sky ab

Vor dem Launch von Disney+ auf mehreren europäischen Märkten hat der Konzern eine Content-Rückholaktion gestartet. In den USA soll der Streamingdienst schon 25 Millionen Abonnenten haben.

Text: W&V Redaktion

8. Januar 2020

Ende März geht Disney+ auch in Deutschland an den Start.
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Angesichts des baldigen Launches des Videostreamingdienstes Disney+ in Europa hat die Walt Disney Company damit begonnen, eigene Filme und Serien, die bisher auf Lizenzbasis beim paneuropäischen Pay-TV-Anbieter Sky liefen, abzuziehen.

Laut einer Auswertung des Londoner Marktforschers Ampere Analysis hat Disney bereits im Zeitraum von April bis Oktober vergangenen Jahres 54 der insgesamt 99 TV-Serienstaffeln, die bislang Skys Streamingdienst Sky Now zur Verfügung standen, zurückgezogen. Hierzu gehören unter anderem populäre Serien wie "Grey’s Anatomy" oder "Scandal".

Diese "Rückholaktion" dürfte sich nach Ansicht von Branchenbeobachtern in den nächsten 18 Monaten weiter beschleunigen, da in diesem Zeitraum mehrere der exklusiven Film- und TV-Lizenzverträge mit Sky auslaufen. Der Launch von Disney+ erfolgt in Deutschland, Großbritannien, Irland, Frankreich, Italien und Spanien am 31. März.

Disney ist seit Jahren einer der wichtigsten Content-Partner der Pay-TV-Plattform. So stammten laut Ampere im dritten Quartal vergangenen Jahres 30 Prozent der Premium-Filme auf Sky vom Mickey-Mouse-Konzern. Bei den Premium-TV-Serien liegt der Disney-Anteil bei etwa acht Prozent.

Warner verlängert Lizenzvertrag mit Sky

Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht für Sky. So konnte die Plattform vorzeitig ihren Lizenzvertrag mit Warner Media, der im nächsten Jahr ausgelaufen wäre, um fünf weitere Jahre verlängern. Zu Warner Media gehören unter anderem das Hollywood-Studio Warner Bros mit den "Harry Potter"-Filmen sowie der US-Pay-TV-Sender HBO mit der Fantasy-Serie "Game of Thrones".

Im Gegensatz zu Disney hat sich Warner dafür entschieden, weiterhin Lizenzen an andere Streaming-Anbieter zu vergeben und sie nicht für den eigenen Streamingdienst HBO Max zu reservieren, der in den USA Anfang dieses Jahres an den Start gehen soll.

Derweil zeichnet sich für Disney auf dem US-Markt eine grandiose Erfolgsstory ab. Bereits am ersten Tag nach dem Launch am 12. November 2019 hatten sich rund zehn Millionen Haushalte auf der Streaming-Plattform Disney+ angemeldet. Laut dem Dow-Jones-Titel Barron’s liegt die Abonnenten-Zahl inzwischen bereits bei etwa 25 Millionen.


Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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