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Großbritannien
Drei Millionen Haushalte verlieren Befreiung von der Rundfunkgebühr

Obwohl künftig mehr Haushalte die Gebühr zahlen müssen, entstehen der BBC jährliche Einnahmeausfälle von rund 250 Millionen Pfund.

Text: W&V Redaktion

12. Juni 2019

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Rund drei Millionen Haushalte in Großbritannien verlieren im kommenden Jahr ihre Befreiung von der Rundfunkgebühr. Dies betrifft vor allem Menschen im Alter von über 75 Jahren.

Gegenwärtig sind rund 4,5 Millionen britische Haushalte, in denen mindestens einer der Partner älter als 75 Jahre ist, von der Rundfunkgebühr befreit. Diese Regelung wurde 1999 von der damaligen Labour-Regierung unter Gordon Brown verabschiedet.

Die dadurch der BBC entgehenden Gebühreneinnahmen wurden bislang durch Zahlungen aus der Staatskasse ausgeglichen. Im Jahr 2015 hat allerdings die konservative Regierung unter David Cameron beschlossen, dass diese staatliche Unterstützung Mitte 2020 ausläuft.

Dadurch ist die BBC unter erheblichen finanziellen Druck geraten. Würde sie an der bisherigen Regelung festhalten, künftig allerdings ohne staatliche Ausgleichszahlungen, entgingen ihr jährlich etwa 745 Millionen Pfund (836 Mio. Euro) an Einnahmen – ein Fünftel des Gesamtbudgets.

Programmeinstellungen verhindert

Deshalb hat die Rundfunkanstalt nun entschieden, dass vom nächsten Jahr an nur noch die Haushalte von der Gebühr befreit sind, in denen mindestens eine der dort lebenden Personen über 75 Jahre aufgrund ihrer niedrigen Rente eine staatliche Rentenbeihilfe erhält. Dies betrifft in Großbritannien rund 900.000 Haushalte. Weitere 600.000 wären berechtigt, eine derartige Beihilfe in Anspruch zu nehmen, tun dies bisher aber nicht.

Damit müssen von Juni 2020 an rund drei Millionen Haushalte, die bislang gebührenbefreit waren, jährlich 154,50 Pfund (173 Euro) zahlen, um die Fernseh- und Radioprogramme der BBC weiterhin empfangen sowie den iPlayer, die Onlinemediathek der BBC, nutzen zu dürfen. Durch die neue Regelung reduzieren sich die jährlichen Einnahmeausfälle der BBC auf rund 250 Millionen Pfund (281 Mio. Euro).

"Die Kosten dieser neuen Regelung machen es für die BBC notwendig, einige Programminvestitionen und Leistungen umzuschichten", heißt es in einer Mitteilung der Rundfunkanstalt. "Darüber hinaus müssen weitere Einsparmöglichkeiten gefunden und gleichzeitig die Einnahmen aus kommerziellen Aktivitäten gesteigert werden."

Die Entscheidung verhindere andererseits die Einstellung ganzer Programme, was bei einer Fortführung der bisherigen Regelung notwendig gewesen wäre, so die BBC weiter.

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