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Köln-Bonn-Kartell
DuMont muss nach Gebietsabsprachen 16 Millionen Euro Bußgeld zahlen

DuMont ist vom Kartellamt zur Zahlung eines millionenschweren Bußgelds verurteilt worden. Die Mediengruppe soll geheime Absprachen getroffen haben.

Text: W&V Redaktion

4. September 2018

War im Dezember 2017 Gegenstand von Kartellamts-Durchsuchungen: das Kölner Verlagshaus von DuMont. Jetzt das Urteil.
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Das Bundeskartellamt hat gegen die Kölner DuMont Mediengruppe (Kölner Stadt-Anzeiger, Berliner Zeitung) ein Bußgeld in Höhe von 16 Millionen Euro verhängt. Das teilt die Bonner Behörde am Dienstag mit.

Demnach werfen die Wettbewerbshüter dem Zeitungshaus vor, zwischen 2000 und 2016 Gebietsabsprachen mit dem benachbarten Bonner Generalanzeiger getroffen zu haben – also eine Art Köln-Bonn-Kartell.

Die Vereinbarung sah laut Kartellamt vor, dass sich jeweils einer der beiden Verlage aus bestimmten, zuvor vereinbarten Gebieten zurückzog. Abgesichert wurde die Vereinbarung 2005 durch ein Vorkaufsrecht DuMonts am Bonner Generalanzeiger. Dies hätte dem Bundeskartellamt gemeldet werden müssen, was jedoch nicht geschah.

Was das Kartellamt dem Verlag vorwirft

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, wörtlich: "Zur Verschleierung der Taten wurden die verbotenen Vereinbarungen bei einem Notar in der Schweiz abgeschlossen. Durch den faktischen Rückzug von jeweils einer der konkurrierenden Zeitungen wurden die Verbreitungsgebiete untereinander aufgeteilt und der bislang untereinander bestehende Wettbewerb weitgehend vermieden. Solche Vereinbarungen, die auf den Ausschluss von Wettbewerb zwischen Verlagen gerichtet sind, sind auch nach der neu eingeführten pressespezifischen, kartellrechtlichen Ausnahmevorschrift verboten."

Der Bonner Generalanzeiger gehört mittlerweile der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post. Die Absprachen fallen in die Amtszeit des 2015 gestorbenen Verlegers Alfred Neven DuMont.

Ohne eine umfängliche Kooperation des Kölner Medienhauses wäre das Bußgeld vermutlich höher ausgefallen.

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