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Erotik 2.0: Mit Mühe und Schwarmspenden zum "Hotel Desire"

Crowdfunding für die gute Sache: 170.000 Euro sollen aus privater Hand für die Produktion des ersten "porneografischen" Spielfilms zusammenkommen, den Regisseur und Drehbuchautor Sergej Moya u.a mit Anna Maria Mühe inszenieren will.

16. Juni 2011

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Gewaltfilme seien allgegenwärtig in den Kinos, anspruchsvolle Erotikfilme jedoch Mangelware, bedauert der 23-jährige Berliner Schauspieler Sergej Moya und sorgt selbst für Abhilfe: "Hotel Desire" lautet sein ungewöhnliches Filmprojekt, für das er selbst das Drehbuch geschrieben hat. Ende August will der Jungregisseur mit den Dreharbeiten beginnen. Das nötige Geld soll über sogenanntes Crowdfunding zusammenkommen, also von privaten Spendern eingesammelt werden. 170.000 Euro müssen für den 45-minütigen Erotikfilm reichen. Am 16. Juni, zehn Tage nach Start der Finanzierungsplattform hotel-desire.com, sind bereits 25.000 Euro zusammengekommen.

Das Konzept scheint zu ziehen: Die Website schaltet peu à peu immer mehr Seiten des Drehbuchs frei. Je mehr Geld eintrifft, desto mehr gibt es zu lesen, was wiederum mehr Geld nach sich zieht - so die Hoffnung der Produktionsfirmen Von Fiessbach und Teamworx. Vor allem aber wirbt "Hotel Desire" mit namhaften Darstellern wie Anna Maria Mühe und Herbert Knaup. Die Hauptrollen spielen Saralisa Volm und Clemens Schick.

Die neuartigen Pläne haben bereits Beachtung in der Werbebranche gefunden: Henning Patzner, Geschäftsführer Kreation bei Serviceplan Campaign in München, beschäftigt sich in seinem Blog "Creative Explosion" mit dem Thema und wirbt gleich mal für den Einsatz von 10.000 Euro. Die Filmwebsite nennt bisher vor allem Kleinspender, nur hinter wenigen Namen steht auch mal die Ziffer 500. Die Nennung des vollen Namens ist allerdings freiwillig.

Sollte das Projekt weiter Kreise schlagen, könnte noch eine weitere Finanzierungsform für Furore sorgen: Produzent Christoph Zwickler gibt "Hotel Desire" auch für Product Placement frei.

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