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Nachrichten-Aggregator
Facebook launcht News Tab

Im Schulterschluss mit Zeitungen und News-Titeln bietet Facebook über einen neuen Service jetzt kuratierte Nachrichten an. Nach dem Start in den USA wird der "News Tab" auch in Deutschland erwartet.

Text: W&V Redaktion

25. Oktober 2019

Facebook setzt im Kampf gegen Fake News jetzt auf Qualitätsmedien.
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Um Falschmeldungen zu bekämpfen, setzt Facebook nicht allein auf Algorithmen, welche die Spreu vom Weizen trennen, sondern auch auf echte Menschen. Ein kleines Team an Journalisten soll sich um die Auswahl an News kümmern, die das Social-Media-Unternehmen von diesem Freitag an im Schulterschluss mit Verlagen anbieten will.

Dabei greift das Netzwerk in den USA auf Inhalte von Titeln wie der Washington Post, dem Wall Street Journal und Business Insider zurück. Auch regionale Nachrichtentitel sollen inkludiert werden. Mit diesem Schritt wendet sich Facebook wieder dem News-Business zu, von dem er sich im vergangenen Jahr abgewendet hatte mit der Begründung die privaten Posts zwischen den Usern wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken.

Verlage werden von Facebook entlohnt

Für die Verlage ist es ein zweischneidiges Schwert: Einerseits erhalten sie über Facebook einen lukrative Plattform für den Vertrieb ihrer Publikationen. Andererseits profitiert das Unternehmen bei den Anzeigeneinnahmen, die diese Umfelder bieten. Facebook will die Verlage daher für ihren Content entlohnen. Die Zahlungen werden offenbar nach Größe und Beitrag zum neuen Service bemessen, kleinere Player erhalten lediglich die Möglichkeit über die Ads Einnahmen zu generieren.

Die User finden die Nachrichten nicht in ihrem Feed vor, sondern in einem separatem Tab. Weil Facebook die Paywall-Schranken von Verlagen berücksichtigt, können allerdings nicht alle Inhalte gelesen werden. Mit dem neuen News Tab tritt Facebook in direkten Wettbewerb mit News Aggregatoren wie von Google und Apple

Ein weiterer Vorteil: Fake News könnten über die Beteiligung der Qualitätspresse wieder in den Griff bekommen werden. Speziell Facebook und Twitter wurde in der Vergangenheit vorgeworfen, dass sie nicht ausreichend dagegen falsche Nachrichten oder Hate Speech vorgehen würden.  

Läuft der News Tab in den USA erfolgreich, wird der Dienst auch in Deutschland angeboten. Um sich zu qualifizieren müssen Publisher als News Page registrieren und den Publisher-Richtlinien folgenAxel Springer, Burda und Gruner und Jahr haben bereits zugesagt, künftig gegen Bezahlung Inhalte für die Videoplattform Facebook Watch zur Verfügung zu stellen.

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