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Diversifikation
Financial Times übernimmt The Next Web

Mit dem Schritt kann das Wirtschaftsblatt im Zuge der Diversifikationsstrategie vor allem das Event-Geschäft ausbauen.

Text: W&V Redaktion

11. März 2019

TNW feiert das Investment der Financial Times
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Die Financial Times (FT) übernimmt die Anteilsmehrheit an The Next Web (TNW). Das Amsterdamer Medien- und Event-Unternehmen mit der gleichnamigen Website hat sich auf neue Technologien und die Startup-Szene fokussiert.

Finanzielle Einzelheiten des Deals wurden nicht bekannt gegeben. Die FT, die seit 2015 zum japanischen Medienkonzern Nikkei gehört, erklärte lediglich, dass TNW "etabliert und profitabel" sei.

Eine wichtige Rolle bei diesem Schritt dürfte für die FT das Konferenzgeschäft von TNW gespielt haben. An der jährlichen TNW Conference, dem Flaggschiff-Technologie-Event des 2006 gegründeten Unternehmens, nehmen durchschnittlich 17.500 Teilnehmer von rund 3500 Firmen teil.

Durch die Übernahme kann die FT ihr eigenes globales Event-Geschäft FT Live mit ihren jährlich rund 150 Veranstaltungen und Konferenzen stärken. Wie es heißt, soll die TNW Conference aber nicht in FT Live integriert werden. Dafür sind aber künftig zahlreiche Kooperationen geplant.

So übernimmt die FT beispielsweise bei der TNW 2019, die am 9. und 10. Mai in Amsterdam stattfindet, eine eigene Programmschiene und ist Mitveranstalter des Konferenz-Events The Assembly, ein Treffen von Technologie-Experten, wichtigen Branchen-Managern und Politikern.

Bereits die zweite Investition in diesem Jahr

Etwa 70 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet TNW in etwa gleichen Teilen durch die Events, Werbung und das Amsterdamer Coworking Hub tq.co. Die restlichen 30 Prozent stammen aus kleineren Unternehmensbereichen wie etwa dem Beratungs- oder dem B2B-Datengeschäft.

Für die FT ihrerseits ist die Mehrheitsbeteiligung an TNW ein weiterer Schritt in der Diversifizierungsstrategie des Wirtschaftsblatts. Erst im Januar hatte sich die FT an der Londoner Medien-Website und Daten-Plattform Siftet beteiligt. Das vom FT-Innovationsredakteur John Thornhill gegründete Startup richtet sich schwerpunktmäßig an Innovatoren und Unternehmer in Europa.

In den vergangenen Jahren hatte die FT bereits das Londoner Medienunternehmen Alpha Grid sowie die Technologie- und Datenfirma GIS Planning mit Sitz in San Francisco übernommen.

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