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Fernsehrechte
Fußballbundesliga: Ab 2021/22 keine Montagsspiele mehr

Die Montagsspiele sind zum Symbol der Fanproteste im Profifußball geworden. Nun kündigte die Bundesliga an, im neuen, milliardenschweren TV-Vertrag darauf zu verzichten.

Text: W&V Redaktion

21. November 2018

Der Markenauftritt der Bundesliga seit 2017 (Agentur: Mutabor).
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Schluss mit den Montagsspielen in der Bundesliga - die Klubvertreter haben auf die immer heftigeren Proteste reagiert. Die ungeliebten Anstoßzeiten werden im neuen Fernsehvertrag von der Saison 2021/22 an gestrichen, wie die Deutsche Fußball Liga (DFL) am Mittwoch bestätigte. Darauf haben sich die 18 Vereine geeinigt.

"Stattdessen sind mit Blick auf die Starter in der Europa League pro Saison fünf weitere und damit insgesamt zehn Entlastungsspiele am Sonntag geplant", heißt es in einer Erklärung. Die genauen Anstoßzeiten stünden noch nicht fest. Die Klubvertreter hätten sich auf das Vorgehen bereits Ende September einstimmig geeinigt.

Der bis zum 30. Juni 2021 gültige Fernsehvertrag sieht fünf Montagabend-Begegnungen pro Saison vor. Die erste Partie zur besonders für Arbeitnehmer unfreundlichen Zeit ist in dieser Saison für den 3. Dezember angesetzt: 1. FC Nürnberg gegen Bayer Leverkusen. Am Dienstag hatten mehrere Fanszenen bundesweite Aktionen und einen Stimmungsboykott in der ersten Halbzeit des 13. Spieltags angekündigt.

"Kommerzielle Gründe nicht entscheidend"

Ihren Verpflichtungen im laufenden TV-Vertrag wollen die Vereine aber nachkommen, nachdem sie diesem zugestimmt hatten. Die DFL hat nun den Auftrag, bei der Medienausschreibung des neuen Vierjahresvertrags, der im Frühjahr 2020 abgeschlossen werden soll, keine Montagsspiele mehr zu verankern.

Die DFL hatte die ungeliebten Anstoßzeiten bislang vor allem mit den Belastungen der Vereine begründet. Europa-League-Starter hätten immer wieder darum gebeten, nach internationalen Spielen am Donnerstag nicht bereits wieder am Samstag antreten zu müssen. Vor diesem Hintergrund seien zehn Ausweichtermine beschlossen worden - davon jeweils fünf am Sonntag und am Montag. Am Montag deshalb, weil man die Amateure mit ihren Sonntagsspielen schützen wolle.

"Kommerzielle Gründe waren dabei nicht entscheidend. Auf die fünf Montagsbegegnungen entfällt weniger als ein Prozent der Medienerlöse", heißt es in einer DFL-Erklärung vom Februar.

Der Streit um die Montagsspiele ist auch immer mehr zur allgemeinen Kritik an der Geldmaschine Profifußball mit ihren wahnwitzigen Ablösesummen und Gehältern gewachsen. Zuletzt hatte Manager Jörg Schmadtke vom VfL Wolfsburg in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung eingeräumt: "Wie nah wir mit dem Profifußball in Deutschland noch an der Basis sind, ist eine berechtigte Fragestellung. Im Zuge der starken Kommerzialisierung entfernen wir uns scheinbar immer mehr." 

Das wird Konseuenzen für die übertragenden Sender und Streamer haben: Derzeit brauchen Fußballfans mindestens zwei kostenflichtige Abos, wenn sie alle Spiele bzw. die Spiele live an verschiedenen Spieltagen zwischen Freitag und Montag sehen wollen. Die Erstligapartien am Freitag und Montag überträgt Eurosport (mit Ausnahme der Auftaktspiele Hin- und Rückrunde und dem 17. Spieltagsfreitag im ZDF), die Spiele am Samstag und Sonntag (sowie die komplette 2. Liga) überträgt Sky Sport, einige Sonntagspartien gibt es aber ausschließlich bei Eurosport.

Im Free-TV bleiben die Zusammenfassungen in der Sportschau (ARD) und dem Aktuellen Sportstudio (ZDF). Highlightsclips überträgt onlnie Dazn. Auf Sport 1 gibt es sonntags die Wiederholungen der Samstagsspiele.

Das gilt seit der Saison 2017/18. Die Medienrechte bringen der DFL 4,64 Milliarden Euro für vier Spielzeiten ein. (sh/mit dpa)

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