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Studie
Geringerer Zuwachs bei den Podcast-Werbeerlösen

Als Folge der Coronakrise wird sich in den USA das Werbewachstum bei den Podcasts gegenüber einer früheren Prognose halbieren. Dennoch zeichnet sich eine positive Entwicklung für die Branche ab.

Text: W&V Redaktion

14. Juli 2020

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Das amerikanische Interactive Advertising Bureau (IAB) hat seine Wachstumsprognose für die Werbeumsätze von Podcasts für dieses Jahr halbiert. Ging der Online-Wirtschaftsverband im März noch von einem Plus in Höhe von 29,6 Prozent für dieses Jahr aus, so erwartet er nunmehr nur noch einen Zuwachs von 14,7 Prozent.

Im vergangenen Jahr, als die Podcast-Branche noch ein Plus von 48 Prozent verzeichnete, hatten sich die Werbeeinnahmen auf rund 708 Millionen Dollar summiert. Damit ist aber auch klar, dass die ursprünglich schon für dieses Jahr anvisierte Marke von rund einer Milliarde Dollar deutlich verfehlt wird – auch wenn das IAB dies in seiner Pressemitteilung etwas anders darstellt.

Dies geht aus dem jetzt vorgelegten "Podcast Advertising Revenue Report" hervor, der jährlich vom Wirtschaftsberater PwC im Auftrag des IAB erstellt wird. Als ein Grund für die gesenkte Wachstumsprognose wird die Coronakrise angeführt, während der sich für viele US-Bürger die Alltagsabläufe stark veränderten. War die Zahl der Podcast-Downloads im Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch um 35 Prozent gestiegen, fiel sie im März mit den verhängten Ausgangsbeschränkungen drastisch ab.

Doch es gibt für die Branche auch einen Lichtblick. Denn die Zahl der Unternehmen, die Podcast-Werbung von Anfang an in ihre jährlichen Marketing-Budgets einplanen, nimmt in den USA weiter zu. Hilfreich war hierbei offensichtlich, dass mehrere Podcast-Plattformen wie beispielsweise iHeart Media oder Spotify inzwischen dazu übergegangen sind, eigene Werbemarktplätze zu schaffen. Dies erleichtert es den Mediaeinkäufern und -planern, Spots über eine Vielzahl von Podcast-Marken hinweg zu buchen.

"Podcasts haben ihren Platz im Marketing-Mix gefestigt", sagt Zoe Soon, VP Consumer Experience Center of Excellence beim IAB. "Immer mehr Marketer gehen dazu über, sich Werbeinventar und Preise schon frühzeitig zu sichern. Und Marken sehen zunehmend einen Wert darin, 'im Besitz' einer eigenen Podcast-Serie zu sein. Denn Podcast-Moderatoren entwickeln sich zu vertrauenswürdigen Influencern mit einer loyalen Community. Dies führt zu mehr Engagement der Verbraucher und zu guter Letzt zu einem stärkeren ROI."


Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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