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Jahresbilanz des Publishers
Gruner + Jahr mit stabilem Umsatz

Das Deutschlandgeschäft wuchs 2019 kräftig, unter anderem dank des boomenden Digitalbereichs. Und auch Print lief gut - insbesondere die innovativen Magazine wie Barbara sowie die Wissenstitel.

Text: W&V Redaktion

25. März 2020

G+J-CEO Julia Jäkel: hofft auf zügiges Ende der Krise.
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Nachdem Bertelsmann soeben die aktuellen Geschäftszahlen des Gesamtkonzerns veröffentlicht hat, wartet nun das Tochterunternehmen Gruner + Jahr mit seinen Daten auf. Das Jahr 2019 verlief für den Publisher stabil: Der Umsatz blieb auf Vorjahresniveau, das Ergebnis vor Steuern (Operating EBITDA) stieg um 12,1 Prozent auf 157 Millionen Euro.  Die EBITDA-Marge verbesserte sich um 1,9 Prozentpunkte auf 11,6 Prozent.

Gründe dafür sind Anteilsgewinne im rückläufigen Werbemarkt durch die Vermarktungskooperation Ad Alliance in Deutschland, das wachsende Digitalgeschäft in Deutschland und Frankreich sowie die erstmalige Anwendung des neuen Standards zur Bilanzierung von Leasing, IFRS 16.

Veränderungen im Portfolio wirkten sich ebenfalls aus. So wurde die langjährige Beteiligung an der Motor Presse Stuttgart veräußert und die digitale Vermarktungsplattform Ligatus in den Native-Advertising-Weltmarktführer Outbrain eingebracht.

Starkes Digitalwachstum

In seinen Kernländern konnte G+J den Digitalumsatzanteil erneut deutlich ausbauen. Er liegt nun bei 33 Prozent (Vorjahr: 27 Prozent). Ein Wachstumstreiber war insbesondere die Vermarktungsplattform AppLike, die sowohl im Umsatz als auch im Ergebnis stark zulegte. Zudem wuchsen die Digitalangebote der Magazinmarken in Deutschland und Frankreich stark in Umsatz und Ergebnis.

Weitere Gründe für die starke Ergebnissteigerung in Deutschland sind - neben der Einbringung von Ligatus in Outbrain und dem wachsenden Digitalgeschäft - innovative Magazingründungen wie das Barbara-Schöneberger-Magazin Barbara. Ebenfalls einen positiven Beitrag leisteten einige klassische Segmente wie die Wissenstitel (Geo) und die effizientere Produktion von Magazinen. Der marktbedingte Rückgang im Vertriebs- und Printanzeigengeschäft ließ sich so überkompensieren.

Die Content Alliance wirkt

Besser lief es auch für G+J Frankreich, dessen Ergebnis deutlich über Vorjahr liegt. Verantwortlich dafür war unter anderem die Ergebnisentwicklung der Digitalgeschäfte. Weitere Bereiche performten etwas gebremst: Die DDV Mediengruppe konnte ihren Umsatz leicht steigern, das Ergebnis lag unter anderem kostenbedingt unter Vorjahr. Der Content-Communication-Anbieter Territory lag in Umsatz und Ergebnis unter Vorjahr. 

Im Rahmen der Bertelsmann Content Alliance übernahm G+J eine führende Rolle bei der Steuerung der Zusammenarbeit aller Inhaltegeschäfte von Bertelsmann. Erste bereichsübergreifende gemeinsame Formate wie die Mosaic-Polarexpedition und der Crime Day wurden entwickelt und erfolgreich vermarktet.  

"Unsere Stammgeschäfte sind auf der Höhe der Zeit, wir entwickeln mit Mut und Kreativität viel Neues, und das Digitalgeschäft wächst stark: So steuern wir Gruner + Jahr seit sieben Jahren", so die Bilanz von Gruner + Jahr-CEO Julia Jäkel.  Sie hoffe nun, "zügig und ohne allzu große Beeinträchtigungen durch die allgemeine Corona-Krise hindurchzukommen, um diesen Weg fortzusetzen."

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