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Die Verhandlungen laufen
Gruner + Jahr will Prisma Media verkaufen

Gruner + Jahr will seine größte Auslandstocher verkaufen: Die Gespräche mit dem französischen Medienunternehmen Vivendi laufen bereits. Vivendi würde mit dem Kauf sein Portfolio komplettieren.

Text: W&V Redaktion

14. Dezember 2020

Prisma Media - bald Teil von Vivendi?
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Gruner + Jahr will seine größte Auslandstocher verkaufen: Wie das Unternehmen mitteilt, hat die Bertelsmann-Tochter jetzt exklusive Verkaufsgespräche mit dem französischen Medienunternehmen Vivendi über das Tochterunternehmen Prisma Media in Paris begonnen. Für Vivendi würde der Kauf eine Komplettierung seines Portfolios darstellen: Das führende französische Medienunternehmen ist bislang in den Bereichen Musik, TV, Kommunikation, Buch und Games aktiv. Eine Magazin-Publishing-Sparte fehlt dem Konzern aber bislang.

Mit Prisma Media würde diese Lücke auf einen Schlag geschlossen: Das Haus ist derzeit der führende Magazinverlag in Frankreich, sowohl in Print als auch im Digitalbereich. Zu den bekanntesten Marken zählen die Frauenzeitschrift Femme Actuelle und die Programmzeitschrift  Télé-Loisirs. Zugleich gehören auch viele Adaptionen deutscher G+J-Titel zum Portfolio: Gala, Geo oder Capital.

Schwieriges Digitalgeschäft

Prisma Media wurde unter dem Namen Prisma Presse 1978 von deutschen Gruner + Jahr-Manager Axel Ganz gegründet; er leitete das Unternehmen auch bis 2005. 1979 legte der Verlag mit einer französischen Adaption von Geo los; danach wuchs das Portfolio schnell an, sowohl mit Eigengründungen als auch weiteren Versionen deutscher Magazine. Aktuell gibt Prisma Media rund 20 Titel heraus.

In den letzten Jahren wurde verstärkt das Digitalgeschäft ausgebaut. So kaufte G+J 2014 den Digitalvermarkter AdVideum, 2016 das Bewegtbildunternehmen Croupe Cérise. Die Investitionen lohnten sich jedoch nur zum Teil: AdVideum wurde 2018 zunächst mit dem Digital-Vermarkter Mobvalue fusioniert, 2019 dann komplett eingestellt.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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