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Fußball-TV-Rechte
Hoeneß wünscht sich Champions League im Free TV

Der Präsident des FC Bayern München bedauert, dass Fußballfans nur noch im Bezahlfernsehen gucken können.

Text: W&V Redaktion

4. Dezember 2018

Die Jahreshauptversammlung des FC Bayern am 30. November wurde im Internet übertragen. Zweiter von links: Uli Hoeneß.
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Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß wünscht sich Fußballspiele der Champions League wieder im frei empfangbaren Fernsehen. "Ich wäre glücklich, wenn wir wie letztes Jahr mit dem ZDF einen Free-TV-Anbieter hätten, der wenigstens einmal die Woche ein tolles Champions-League-Spiel im Free-TV zeigt", sagte Hoeneß am Montagabend bei einer Veranstaltung der Stuttgarter Nachrichten.

Der 66-Jährige kritisierte darüber hinaus auch die Fernsehsituation der Fußballbundesliga. "Ich glaube auch, dass es kein Dauerzustand sein kann, dass man jetzt drei Anbieter braucht, um Bundesligaspiele anzuschauen." Montagsspiele seien zudem ein Fehler gewesen.
Hoeneß reagierte damit auf den Stimmungsboykott vieler Fangruppen am vergangenen Spieltag. In den meisten Bundesliga-Stadien hatten die Anhänger in den Fankurven auf Gesänge verzichtet und protestierten damit gegen die Kommerzialisierung des Fußballs.

Die Erstligisten in der Deutschen Fußball Liga (DFL) haben sich inzwischen darauf geeinigt, auf die Montagsspiele im Fernsehvertrag ab 2021/22 wieder zu verzichten.

Die DFL vermarktet unter anderem die Fernsehrechte der Klubs aus erster und zweiter Bundesliga - und hier waren es vor allem die Erstligisten, die auf höhere Erlöse aus Fernsehrechten gedrängt hatten. Der Vorstandschef des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, hatte 2015 sogar gefordert, die DFL müsse den Klubs erlauben, ihre Fernseheinnahmen selbst auszuhandeln. Das würde für einen Klub mit internationalem Renommee aus Sicht der Klubmanager deutlich höhere Fernseherlöse versprechen. Und damit mehr Geld im europäischen Wettbewerb.

Bei der Vergabe der Rechte, die von der DFL jeweils für vier Spielzeiten vergeben werden, erzielten die Vereine 2016 einen Gesamterlös von 4,64 Milliarden Euro von 2017/18 bis 2020/21 (2013/14 bis 2016/17: 2,5 Milliarden Euro). Das hatte zur Folge, dass seit nunmehr gut einem Jahr fast alle Spiele live nur auf Sky und Eurosport zu sehen sind. 

Für die Verhandlungen über die Medienrechte ab 2021 kündigte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bereits an, dass Digitalisierung und mobile Abrufe einen höheren Stellenwert erhalten sollen.

Die Champions League teilen sich Sky und der Sportstreamer Dazn, frei empfangbar ist nur noch das Endspiel, wenn eine deutsche Mannschaft dabei ist.

Immerhin: Neun Spiele des DFB-Pokals zeigt noch bis 2019 die ARD (alle Spiele überträgt Sky). Und jenseits der Klub-Ebene: 28 Qualifikationsspiele der deutschen Herrennationalmannschaft zeigt der Privatsender RTL (2018 bis 2022). Ein bisschen frei empfangbaren Fußball gibt es also noch. (sh/mit dpa)

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