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Nachruf
Horst Buckwitz, erster Chef des ZDF-Werbefernsehens, ist gestorben

Werbeuhr und Mainzelmännchen hatte er schon 1963 in die Wege geleitet: Horst Buckwitz, Mann der ersten Stunde beim ZDF, ist im Alter von 92 Jahren verstorben.

Text: W&V Redaktion

28. September 2018

Horst Buckwitz
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Nur wenigen Menschen aus der Medien- und Werbebranche ist es gelungen, in der allerersten Ausgabe der W&V am 4. April 1963 ein Interview zu geben. Horst Buckwitz kam sogar auf die Titelseite: „ZDF an der Strippe – W&V interviewt den Chef des Mainzer Werbefernsehens“. Daneben ein Artikel zur Gründung des ZDF: „Mainz – wie es sendet und lockt. Fehlstart – oder Aprilscherz?“ Horst Buckwitz wurde damals der erste Chef des ZDF-Werbefernsehens und blieb dem Sender mehr als 25 Jahre lang treu. Jetzt ist er im Alter von 92 Jahren verstorben.

Kino in der Kinderzeit

Sein Bezug zu Bewegtbild wurde ihm schon in die Wiege gelegt. Im Jahr 1926 wurde er als Sohn eines Kinobesitzers in Berlin geboren. Stets arbeitete er dort mit, schon als Schüler mit größtem Vergnügen an dem Medium. Er baute aber auch ein EDV-Unternehmen auf, in der Nachkriegszeit schon gründete er das Büroorganisations-Unternehmen Taylorix, aus dem das heute noch weltweit agierende Business Systemhaus entstand. Über das Hochschulinstitut für Wirtschaftskunde fand er zur Werbung, 1956 ging er zum Sender Freies Berlin als kaufmännischer Leiter zum Werbefunk.

Erfindung der Werbeuhr

Horst Buckwitz war ein Motor. Ein Vorantreiber. Ein kreativer Kopf. Und so brachte er auch von Beginn an beim frisch gegründeten Zweiten Deutschen Fernsehen innovative Werbeideen ein. Vom ersten Tag an hatte er seinen Kunden die Werbeuhr angeboten. „Hierbei handelt es sich um eine Zeitanzeige durch eine Uhr in Verbindung mit einem Werbediapositiv vor 19.30 Uhr bzw. 20.00 Uhr“, erklärte Buckwitz seine Idee im W&V-Interview damals. Ebenfalls vom Start weg entwickelte er 1963 die Mainzelmännchen als Markenzeichen der Werbung mit deren Erfinder Wolf Gerlach.

Dass Horst Buckwitz in etlichen Gremien wie EGTA (European Group of Television Advertising), ZAW, IVW,… das Medium TV vorantrieb, war für ihn Ehrensache. Überhaupt war Buckwitz immer ein Ehrenmann. Einer, auf den man sich verlassen konnte. Bei ihm galt der Handschlag noch etwas. Er war ein sympathischer, ehrlicher fairer Partner.

Zum Start des ZDF-Werbefernsehens spekulierte W&V vor 55 Jahren, dass ein Auftragsbestand von 25 Millionen Mark vorläge. Buckwitz antwortete: „Ich versichere Ihnen, dass diese Meldungen absolut falsch sind. Der Auftragsbestand ist wesentlich höher.“

Bis zum Jahr 1989 war Horst Buckwitz für das ZDF tätig, dann ging er in den Ruhestand. Auch danach war er dem ZDF Werbefernsehen eng verbunden, sagt Hans-Joachim Strauch, der heutige Chef des ZDF-Werbefernsehens. „Ich werde die Begegnungen mit ihm in dankbarer Erinnerung behalten.“

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