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US-Streaming-Markt
Hulu hat jetzt 25 Millionen Abonnenten

Der Videostreamingdienst, der bislang nur auf dem US-Markt agiert, wächst rasant – mit einer völlig anderen Strategie als Konkurrent Netflix.

Text: W&V Redaktion

9. Januar 2019

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Der amerikanische Videostreamingdienst Hulu hat Ende 2018 die Marke von 25 Millionen Abonnenten übersprungen. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 48 Prozent. Gleichzeitig teilt das Unternehmen mit, dass die durchschnittliche Nutzungsdauer pro Abonnent im vergangenen Jahr um 20 Prozent zugenommen habe.

Bei dieser Entwicklung sind vor allem zwei Dinge interessant: Einmal setzt Hulu nicht allein auf Bezahl-Abonnements, sondern bietet auch ein kostenloses, werbefinanziertes Video-on-Demand- sowie ein Live-TV-Produkt. Das Live-TV-Produkt, das erst vor zwei Jahren gelauncht worden war, hat inzwischen eine Million Abonnenten.

Die beiden werbefinanzierten Angebote sorgen auch dafür, dass die Werbeerlöse inzwischen reichlich sprudeln. Laut Unternehmensangaben sind sie im vergangenen Jahr um 45 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar gestiegen.

Lizenzware vor Eigenproduktionen

Auch inhaltlich unterscheidet sich die Strategie von Hulu deutlich von der des Konkurrenten Netflix. Denn während Netflix verstärkt auf eigenproduzierte Inhalte setzt, bietet Hulu vor allem eingekaufte Lizenzware – die aber exklusiv.

So hatte Hulu beispielsweise eine ganze Reihe älterer Serien wie "ER", "Lost" oder "30 Rock" erworben, für die zuvor Netflix die Streaming-Rechte besessen hatte. Eine Studie des Marktforschers 7 Park Data im vergangenen Jahr hatte ergeben, dass der Anteil der Streams von solcher älteren Lizenzware bei den Hulu-Abonnenten bei 97 Prozent lag.

Eigenproduzierter Content wie beispielsweise die sehr erfolgreiche Serie "The Handmaid’s Tale" bilden bei Hulu nach wie vor eher die Ausnahme.

Wichtige Rolle in der Disney-Strategie

Hulu ist ein Joint Venture der Walt Disney Company (30 Prozent), von 21st Century Fox (30 Prozent), Comcast (30 Prozent) und AT&T (10 Prozent). Mit der Ende 2017 eingeleiteten Übernahme von großen Teilen von 21st Century Fox durch Disney, zu denen auch die Hulu-Anteile gehören, wird Disney künftig zum Mehrheitseigentümer des Videostreamingdienstes mit einem Anteil von 60 Prozent.

Damit dürfte Hulu eine wesentliche Rolle bei den Streaming-Plänen des Mickey-Mouse-Konzerns zukommen. Denn hierbei will Disney eine Drei-Marken-Strategie fahren: Neben Hulu gehören hierzu die Sport-Streaming-App ESPN+ sowie Disney+, das voraussichtlich im vierten Quartal dieses Jahres gelauncht wird.

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