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In zehn Schritten zum eigenen Podcast

Der BR setzt auf Podcast. Der Sender veranstaltet neben dem ersten Puls Podcastfestival mit Live-Produktionen verschiedener Podcasts auch Workshops zum Thema "How to Podcast". Auf diese Punkte kommt es an.

Text: W&V Redaktion

6. Februar 2020

Linda Becker von BR Puls gibt während des Puls Podcast-Festivals Tipps zum richtigen Podcasten.
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Die BR-Autorin und Ex-Moderatorin des Podcasts „Im Namen der Hose“  Linda Becker gibt im Workshop Tipps, was zu beachten ist, damit ein Podcast auch gehört wird. Hier geht es in zehn Schritten zum eigenen Podcast:

 1. Thema

Am Anfang steht die Themenidee. Wichtig ist, dass der Moderator sich mit dem Thema identifizieren kann. Je persönlicher, desto authentischer, so Becker. Man solle sich immer fragen, ob man den Podcast selbst hören würde und warum. Hauptsache glaubwürdig.

 2. Host

Zweiter entscheidender Punkt ist der Moderator, auch Host genannt. Das kann eine Person sein oder mehrere. Bei zwei Hosts muss vor allem die Chemie zwischen den beiden stimmen. Dann überträgt sich die Stimmung auch auf den Hörer. Und es kommen zwei Sichtweisen zum Tragen. Becker gibt den Tipp, das Gespräch vorher zu skripten, so dass klar ist, wer sagt was, wer hat welche Rolle. Tatsächlich arbeiten die fünf erfolgreichsten Podcasts in Deutschland alle mit zwei Hosts: Die Top Five beginnt bei "Fest&Flauschig", dann "Gemischtes Hack" über "Mordlust" bis zu "Zeit Verbrechen" und "Paardiologie.

 3. Name

Der Name des Podcasts sollte vor allem einprägsam und die Auffindbarkeit gewährleistet sein. Das Thema sollte so benannt werden wie die Sache über die man spricht, sagt Becker. Beispiel: Sex-Podcast.

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 4. USP

Die Podcast-Macher müssen sich die Frage stellen, was sie von den Mitbewerbern unterscheidet. Warum sollten die Hörer gerade uns hören? Wo liegen Mehrwert und Relevanz? Berühmte Personen oder Sex ziehen immer, so Becker, aber es kann auch etwas "Nischiges" sein. Dabei hilft, sich die Zielgruppe vor Augen zu halten: Wer soll sich den Podcast anhören? Wem könnte er etwas bringen?

 5. Ästhetik

Beim Podcast entscheidet nicht nur die Hörqualität, sondern auch die Optik. Das Logo sollte wiederkennbar und nicht zu kleinteilig sein, um auch auf mobilen Bildschirmen erkennbar zu bleiben.

 6. Technik

 Podcasts sind relativ leicht zu produzieren. Ein Standmikro passend zum Laptop mit Schneideprogramm (etwa Audacity) reicht aus.

 7. Länge

Die Podcast-Länge ist erstmal beliebig. Der Durchschnitt liegt bei 25 Minuten. Es gibt auch Formate mit bis zu fünf Stunden. Hauptsache, das Thema trägt eine komplette Folge. In einer Bitkom-Umfrage stimmte die Hälfte der Befragten allerdings für kurze Formate zwischen fünf und zehn Minuten. Ein Viertel präferiert zehn bis 15 Minuten.

 8. Frequenz

Ein Podcast sollte wöchentlich erscheinen. Das hat zwei Gründe: Ist die Veröffentlichung seltener, springen die Hörer ab, die Algorithmen - beispielsweise bei Spotify - werten den Podcast nach unten. Am besten ist es, drei bis vier Folgen vorzuproduzieren.

 9. Vertrieb

 Schließlich und endlich der Vertrieb: Becker empfiehlt vor allem die Plattformen Spotify, Itunes und YouTube.

 10. Marketing

 Fehlt es an werblicher Unterstützung oder Begleitung, dann hilft nur das eigene Telefonbuch. Weitersagen, weitersagen, weitersagen!


Autor: Katrin Otto

ist Redakteurin im Medienressort. Sie schreibt über Radio, Außenwerbung, Kino und Film und freut sich über Empfehlungen für die Bücherseite. Wenn sie nicht in der Redaktion ist, ist sie auf Konzerten, im Kino oder im Wasser.

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