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Erfolgreiches Genre
Jan Josef Liefers obduziert für TV Now

Liefers, auch als Pathologe im Münsteraner "Tatort" unterwegs, geht dem Rechtsmediziner Michael Tsokos in der Dokumentation "Obduktion" zur Hand. Das True Crime-Format startet am 4. Januar.

Text: W&V Redaktion

15. Dezember 2020

Jan Josef Liefers (l.) und Michael Tsokos wollen zeigen, wie eine Obduktion wirklich abläuft.
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Für die True Crime-Offensive, die TV Now Ende Oktober angekündigt hat, bekommt das Streamingportal der RTL-Gruppe prominente Unterstützung: In der Dokumentation "Obduktion", in der der bekannte Rechtsmediziner Michael Tsokos ab 4. Januar auf Spurensuche geht, ist Jan Josef Liefers mit dabei. Der Schauspieler, seit Jahren im Münsteraner "Tatort" als Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne erfolgreich dem Verbrechen auf der Spur, übernimmt in der Produktion die Rolle des Mittlers zwischen den Experten und dem Zuschauer.

"Pietätvoll und authentisch", so der Sender, entschlüsselt der Rechtsmediziner mit seinem Team Schritt für Schritt das Rätsel um zwei echte Todesfälle. Im Zentrum der 90-minütigen Dokumentation steht dabei stets die Frage: War es ein Unfall, ein Suizid oder ein Tötungsdelikt? Tsokos und Liefers demonstrieren dabei an zwei wahren Fällen, wie die rechtsmedizinische Beweiskette abläuft - von der computertomographischen Untersuchung über die äußere und innere Leichenschau bis zur finalen Versorgung der Toten.

Aufräumen mit Irrtümern

Ziel des Formats ist es, sowohl die wissenschaftliche als auch die menschliche Seite dieser Arbeit zu vermitteln – und mit so manchem Irrtum über die Rechtsmedizin aufzuräumen. Etwa, dass sich die Pathologen Mentholpaste unter die Nase schmieren würden, um den Geruch ertragen zu können. Tsokos: "Das macht kein Mensch, weil wir unseren Geruchssinn tatsächlich brauchen. Riecht es zum Beispiel nach Ammoniak, kann das ein Hinweis auf ein Nierenversagen sein. Da ist der Geruchssinn ganz entscheidend."

Hätte der Rechtmediziner bei der Produktion übrigens den Verdacht geschöpft, dass bei den untersuchten Fällen tatsächlich ein Tötungsdelikt vorliegen könnte, wäre die Produktion sofort gestoppt worden. "Dann werden die Mordkommission und die Spurensicherung dazu geholt, es wird alles explizit dokumentiert, wir nehmen Asservate für toxikologische Untersuchungen und dann kann der Leichnam trotzdem frei gegeben werden."

"Obduktion" wurde von Spin TV produziert. Die Ausstrahlung ist zuerst auf TV Now und später bei RTL geplant. Zudem wird TV Now zeitgleich zur 90-minütigen Dokumentation eine umfassendere Version von vier mal 45 Minuten anbieten.


Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde

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