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Sexismus-Vorwurf
Joyns Milf-Kampagne erregt die Gemüter

Der Streamingdienst Joyn wollte mit seiner Kampagne für das Format provozieren: Das hat er geschafft. Jetzt schaltet sich sogar die Politik ein. Geht die Reality-Show "M.O.M. - Milf oder Missy" zu weit?

Text: W&V Redaktion

29. Mai 2020

Provoziert ohne Ende: Joyns Reality-Show M.O.M.
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Mit dem Dating-Format "M.O.M. - Milf oder Missy" startete Joyn Anfang Mai die erste eigenproduzierte Reality-Show. Mit der begleitenden Kampagne wollte die Agentur Kolle Rebbe vor allem eines: polarisieren. Das ist gelungen.

Alle regen sich auf

In den sozialen Medien regt sich Kritik. Mary P etwa fragt auf Twitter: "Wird es auch einen 'Father I like to fuck' geben? Oder ist es bei Männern nicht üblich, dass man sie als Sexobjekt bewirbt? Was für eine Kack-Werbung." Uwe Isonfire ruft sogar zum Boykott auf: "Das ist #Joyn. Ein klarer Aufruf, den Scheiß nicht zu abonnieren."

Und so zieht sich das weiter; wirklich gut kommt das Format auf Social Media nicht an. Im Podcast "Zwei Herren mit Hund" war die Sache auch schon Thema. "Milf ist aus meiner Sicht hochreine Frauenverachtung", so die Herren Kai Blasberg und Thomas Koch. Bei den Fachmedien fiel M.O.M. ebenfalls durch.

Jetzt hat sich sogar die Politik eingeschaltet. Katrin Habenschaden, Münchens zweite Bürgermeisterin, schreibt auf Twitter: "Die aktuelle Werbekampagne von Joyn macht mich wütend. In ganzen München hängen diese frauenverachtenden, herabwürdigenden Plakate. Jeden Tag laufen Mädchen und Buben daran vorbei. Welches Rollenbild vermittelt ihnen diese Darstellung von Frauen? Hängt diesen Mist sofort ab!"

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Komischerweise scheint die Show bei den Zuschauern selbst aber Gefallen zu finden. Der Streamingdienst von ProSiebenSat.1 und Discovery zeigt sich offiziell jedenfalls "sehr zufrieden mit den neuesten Entwicklungen seiner Eigenproduktionen". Auf der Plattform sei im Mai inbesondere "M.O.M - Milf oder Missy" ein Highlight gewesen. "Das Dating-Experiment erfreut sich als bester Neustart des Monats großer Beliebtheit bei den Nutzern."

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Eine Stellungnahme des Senders bzw. der Agentur war bis dato nicht zu bekommen. Das Format, so heißt es in der Eigen-PR von Joyn, geht der Frage nach, ob es beim Verlieben auf das Alter ankommt. Produziert hat es Constantin Entertainment.

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Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er interessiert sich für alles, was Werber:innen unter den Nägeln brennt, in Beratung, Strategie und Kreation. Besonders innovative Agenturmodelle haben es ihm angetan. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine. Vielleicht ist er deshalb auch Diversity-Beauftragter der SWMH geworden, der die W&V angehört.

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