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Fußball im Pay-TV
Kartellamt prüft Sky-Dazn-Deal zur Champions League

Fördert oder beschränkt die Zusammenarbeit zwischen Sky und Dazn bei der Champions League im Pay-TV den Wettbewerb im Interesse der Verbraucher?

Text: W&V Redaktion

16. Oktober 2018

Das Kartellamt schaut sich die TV-Lage bei der Champions League genauer an.
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Das Bundeskartellamt untersucht die Kooperation zwischen dem Pay-TV-Anbieter Sky Deutschland und Perform, Anbieter des Sportstreamingdienstes Dazn, auf ihre Rechtmäßigkeit. Die beiden Dienste zeigen exklusiv die Champions League in Deutschland. Sie hatten sich die Spiele aufgeteilt, Dazn hat vom Rechteinhaber Sky die Sublizenzen für gut 100 Livespiele der Champions League. Im Gegenzug versorgt der Streamer die Sky Sportsbars.

Fans von internationalen Fußball-Topklubs brauchen seit der aktuellen Saison damit aber eigentlich ein Sky- und ein Dazn-Abo. Spiele der Champions League sind nur noch im Pay-TV zu sehen, zuvor hatte das ZDF  im Free-TV den Hut auf. "Wir untersuchen, wann und in welcher Form die Kooperation der beiden Unternehmen beschlossen wurde und ob die Zusammenarbeit den Wettbewerb im Interesse der Verbraucher gefördert oder beschränkt hat", betont Kartellamts-Chef Andreas Mundt.

Nur noch 34 von 138 Champions-League-Spielen zeigt Sky live und in voller Länge von dieser Saison an. Werden Begegnungen nicht live übertragen, sorgt das Sky-Team zum Ausgleich dafür, dass die Fans über 6er- oder 2er-Konferenzen – je nach Spielphase – 30 oder gar 50 Minuten pro Partie mitfiebern können. Die Vereinbarung mit Dazn ermöglicht in Sky Sportsbars die nahtlose Ausstrahlung von ausgewählten Live-Sport Inhalten in den kommenden drei Jahren.

Ein Ergebnis der kartellrechtlichen Prüfung könnte sein, dass die Firmen ihr bisheriges Vorgehen ändern müssen. Auch eine Einstellung des Verfahrens ist möglich. Sky und Dazn erklärten gegenüber dpa, man kooperiere "vollumfänglich" mit der Behörde.

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