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Lockdown
Kinoallianz fordert bundesweite Wiederöffnung

Die Not schweißt zusammen. In dem Fall die Filmbranche. Vor der Konferenz der Ministerpräsident:innen mit der Kanzlerin fordern Verleiher-und Kinoverbände eine bundesweit einheitliche Öffnung der Kinos. 

Text: W&V Redaktion

10. Februar 2021

Nicht weiter nur ins Blaue schauen wollen die Kinobetreiber fordern eine einheitliche Öffnung der Säle zu Ostern.
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Rund drei Monate sind die Kinos inzwischen wieder geschlossen. Der Coronavirus hält die Branche fest im Griff. Blockbuster werden verschoben, als prominentestes Beispiel Bond gar auf Herbst. 70 Prozent an Umsatz haben die Kinos 2020 gegenüber dem Vorjahr verloren. Die ständige Verlängerung des Zwangslockdown bedeutet Verluste und Planungsunsicherheit für Kinobetreiber und Filmverleiher. 

Allianz der Kinobetreiber und Verleiher

Nun hat sich die Branche zusammengeschlossen und appelliert an die Kanzlerin und die Ministerpräsident:innen für eine bundesweit einheitliche Öffnung. Die Verbände AG Kino-Gilde deutscher Filmkunsttheater, AG Verleih-Verband unabhängiger Verleiher, der Bundesverband kommunale Filmarbeit, der HDF KINO sowie der Verband der Filmverleiher fordern eine baldige, konkrete Öffnungsperspektive.

Argumente für Kinoöffnung 

Kulturorte wie Kinos dürften in der Wiedereröffnungsplanung zeitlich nicht benachteiligt werden. Angesichts der Tatsache, dass Kulturstätten wie auch die Kinos mit fest installierten Sitzplätzen und Lüftungsanlagen sowie bewährten Hygienekonzepten und einer funktionierenden Kontaktverfolgung als vergleichsweise besonders sicher gelten, wäre es kaum begreiflich und rechtlich fragwürdig, wenn Handel und Gastronomie vor den Kulturorten öffnen dürften. Eine Benachteiligung der Kulturorte sollte unbedingt vermieden werden.

Die Branche plädiert dabei für eine baldige Öffnung zu Ostern. Sofern sich die positive Entwicklung des Infektionsgeschehens fortsetzt und die Pandemie auch mit Mutationen beherrschbar bleibt, plädieren die Kinos für einen Wiedereröffnungstermin zu Ostern. 

Vor allem sei eine national einheitliche Öffnung notwendig. Die meisten Filme werden flächendeckend bundesweit gestartet. Als national funktionierender Markt sei es für die Kino-und Filmwirtschaft zwingend erforderlich, die Wiedereröffnung nicht unumstößlich an einen regionalen Sieben-Tage-Inzidenzwert oder R-Wert zu koppeln. Nur eine bundesweit einheitlich terminierte Eröffnungsstrategie werde die Möglichkeit bieten, den Gästen auch tatsächlich neue Filme präsentieren zu können.

FFA auch für bundeseinheitliche Wiedereröffnung

Erst wenige Tage zuvor hatte FFA-(Filmförderungsanstalt)-Präsident Bernd Neumann  an die Ministerpräsident:innen der Länder appelliert, auf einen einheitlichen Wiedereröffnungstermin der Kinos hinzuwirken. Dies sei für die Kinos von existenzieller Bedeutung. 

"Für unsere Kinos ist es elementar, dass nicht, wie beim ersten Lockdown, wieder ein Flickenteppich mit höchst unterschiedlichen Eröffnungsdaten entsteht und jedes Bundesland ein eigenes Konzept entwirft", mahnt er. Der Grund sei die Struktur der Branche.

Filmverleiher starten publikumsträchtige Titel erst  in den Kinos, wenn die Möglichkeit besteht, dass sich die Herausbringungskosten amortisieren können. Das sei nur möglich, wenn flächendeckend und gleichzeitig viele Besucher:innen in möglichst viele geöffnete Kinos gehen können.

Auf der anderen Seite bräuchten die Kinos ein breites und qualitätsvolles Angebot von erfolgsversprechenden und großflächig beworbenen, publikumswirksamen Filmen. Nur so sei ein trotz möglicher Einschränkungen kostendeckender Spielbetrieb denkbar.


Autor: Katrin Otto

ist Redakteurin im Medienressort. Sie schreibt über Radio, Außenwerbung, Kino und Film und freut sich über Empfehlungen für die Bücherseite. Wenn sie nicht in der Redaktion ist, ist sie auf Konzerten, im Kino oder im Wasser.

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