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Sprachkritische Aktion
"Klimahysterie" ist das neue Unwort des Jahres

Das Unwort 2019 trägt der aktuellen Umwelt-Debatte Rechnung - laut der Jury werden mit dem Ausdruck wichtige Klimaschutzbemühungen diffamiert und wissenschaftsfeindliche Tendenzen gestützt.

Text: W&V Redaktion

14. Januar 2020

Die Wahl steht fest: "Klimahysterie" ist das Unwort des Jahres 2019.
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Zum 29. Mal wurde das Unwort des Jahres bestimmt. Der jährlich gewählte Begriff soll aktuelle Diskussionen abbilden und gesellschaftliche Entwicklungen aufzeigen. Eine sechsköpfige Jury hat entschieden, dass "Klimahysterie" Platz 1 belegen soll. Der Begründung der Jury zufolge wurde der Ausdruck 2019 von vielen in Politik, Wirtschaft und Medien – von der FAZ.über Unternehmer bis hin insbesondere zu AfD-Politikern – verwendet. Er pathologisiere pauschal das zunehmende Engagement für den Klimaschutz als eine Art kollektiver Psychose. Vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Klimawandel sei das Wort zudem irreführend und stütze in unverantwortlicher Weise wissenschaftsfeindliche Tendenzen.

"Anti-Abschiebe-Industrie" 2018 auf Platz 1

Der Ausdruck "Klimahysterie" wurde neun Mal eingesandt. Insgesamt erreichten die Jury 671 Vorschläge. Darunter waren 397 verschiedene Ausdrücke, von denen knapp 50 den Unwort-Kriterien entsprachen. Zu den häufigsten Einsendungen zählten außerdem "Verschissmus", "Deals", "Umweltsau", "Alte weiße Männer", "Verschmutzungsrechte", "Klimaleugner", "LKW-Vorfall" und "Flugscham". Im Jahr 2018 belegte der Begriff "Anti-Abschiebe-Industrie" die Spitzenposition der sprachkritischen Wahl.

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