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Videostreaming-Markt
Launch-Sponsoren gesucht

Der NBCU-Streamingdienst Peacock, der im April 2020 gelauncht werden soll, setzt auf Werbefinanzierung. Und dürfte damit künftig ein wichtiger Ansprechpartner für Marketer werden.

Text: W&V Redaktion

18. November 2019

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NBC Universal (NBCU), die Medientochter des amerikanischen Telekommunikations- und Kabelnetzriesen Comcast, sucht Sponsoren für den Launch ihres Videostreamingdienstes Peacock im April nächsten Jahres. Angeboten werden derzeit zehn Sponsoring-Pakete mit einem Volumen von jeweils 25 beziehungsweise 15 Millionen Dollar, wie das US-Branchenmagazin Advertising Age berichtet.

Danach erhalten Werbungtreibende, die sich für das 25-Millionen-Dollar-Paket entscheiden, einen garantierten Anteil von zehn Prozent an den gesamten Werbeschaltungen auf der Plattform für einen Zeitraum von 18 Monaten. Beim 15-Millionen-Paket ist es zunächst ebenfalls ein Zehn-Prozent-Anteil, jedoch nur sechs Monate lang. Danach reduziert sich der Anteil an den gesamten Werbeschaltungen auf fünf Prozent, was NBCU ermöglicht, weitere Sponsoren an Bord zu holen.

Was allerdings laut AdAge nicht garantiert wird: Mindestzahlen für Abonnenten beziehungsweise Ad Impressions. Dies dürfte für viele Marketer ein veritables Problem darstellen. Mit seinem im Gegensatz zu Konkurrenten wie Netflix oder Disney+ stark auf Werbefinanzierung setzenden Ansatz könnte der NBCU-Streamingdienst für werbungtreibende Unternehmen in Zukunft aber dennoch zu einem bedeutenden Ansprechpartner avancieren.

Denn laut US-Medienberichten spielt NBCU mit dem Gedanken, den Streamingdienst gratis anzubieten, finanziert durch Werbung. Konsumenten erhalten jedoch über ein Abonnement, dessen Preis noch nicht kommuniziert wurde, die Gelegenheit, das Angebot auch werbefrei zu nutzen. Ob und gegebenenfalls wann ein internationales Rollout erfolgt, ist derzeit ebenfalls noch unklar.

Umfangreiches Film- und Serien-Archiv

Inhaltlich kann es NBCU jedenfalls durchaus mit Netflix und Disney+ aufnehmen. Nach Unternehmensangaben stehen für Peacock von Beginn an rund 15.000 Stunden an Content zur Verfügung – von den verschiedenen linearen Fernsehsendern des Konzerns, von Universal Pictures, Dreamworks Animation sowie der Filmproduktionsfirma Focus Features. Zudem werden exklusiv für Peacock neue Filme und Serien produziert.

Zu den TV-Klassikern gehören beispielsweise populäre Serien wie "Cheers", "Downton Abbey", "Frasier", "House", "King of Queens" oder "Monk", in der Film-Bibliothek finden sich Titel wie "A Beautiful Mind", "Casino", "Erin Brockovich", "E.T." oder "Shrek".

Der Name "Peacock", den NBCU für seinen Streamingdienst wählte, ist eine Referenz an die frühen Zeiten des Fernsehens. Damaliger Eigner des TV-Networks NBC war der Elektronikhersteller RCA. Das Logo mit den stilisierten, verschiedenfarbigen Pfauenfedern war in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts entwickelt worden, um für das damals neue Farbfernsehen zu werben und zugleich den Verkauf der RCA-Farbfernseher anzukurbeln.

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