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Regionalmedien
Medienholding Süd stellt neue Strategie vor

Die Medienholding Süd präsentiert eine regionale Medienhaus-Strategie, die für eine stärkere Zusammenarbeit der Verlage sorgen soll. Außerdem will das Unternehmen das Digital-Geschäft forcieren.

Text: W&V Redaktion

15. Oktober 2019

Herbert Dachs, seit 2015 Geschäftsführer der Medienholding Süd GmbH.
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Herbert Dachs, Geschäftsführer der Medienholding Süd GmbH und Verantwortlicher für alle Regionalzeitungen der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH), stellte gestern gemeinsam mit Joachim Dorfs und Christoph Reisinger, Chefredakteure der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten, sowie der Chefredakteurin für Digitales, Swantje Dake und mit den Verantwortlichen der Bereiche Werbe- und Lesermarkt in Stuttgart die regionale Medienhaus-Strategie vor.

Crossmediale Ausrichtung und digitaler Fokus

Vor dem Hintergrund zurückgehender Werbeerlöse und sinkender Auflagenzahlen im Printbereich setzt die MHS fortan auf Modelle der verlagsübergreifenden Zusammenarbeit und einen stärkeren Fokus auf digitale Produkte. Swantje Dake: "Wir wollen alle Redaktionen stärker daran ausrichten, digitale Inhalte zu produzieren und vermehrt crossmedial zu denken. Dafür bündeln wir Know-How, von dem alle Regionalzeitungen im Verbund profitieren werden. Außerdem planen wir neue und weiterentwickelte Angebote, um noch mehr Leserinnen und Leser zu erreichen und vermehrt digitale Abonnenten zu gewinnen."

Im Rahmen der Regionalen Medienhaus-Strategie richten sich Produkte und Dienstleistungen stärker an den Anforderungen der Kundinnen und Kunden aus. Digitale und plattformübergreifende Angebote rücken somit weiter in den Vordergrund, wozu auch ein Stellenaufbau der für die Regionalzeitungen zuständigen MHS Digital geplant ist. Ziel ist es, den regionalen Journalismus nicht nur zu erhalten, sondern langfristig zukunftsfähig zu machen. Dafür sind umfassende Restrukturierungen im Unternehmen vorgesehen.

Stärkere Zusammenarbeit der Regionalverlage unter Steuerung einer Mantelredaktion

Um sich wirtschaftlich nachhaltig aufzustellen und Standorte zu erhalten, plant die MHS eine stärkere Zusammenarbeit der regionalen Verlage. Neben der Steigerung der Kampagnenfähigkeit und einer noch stärkeren Kundenorientierung im Werbemarkt, werden auch neue Gemeinschaftsredaktionen gegründet, um Doppelstrukturen abzubauen.

Die Mantelredaktion in Stuttgart wird in größerem Umfang als bisher die Inhalte aller Regionalzeitungen der Gruppe steuern. Vor allem wird sie die Lieferung von Inhalten für die digitalen Produkte der Regionalzeitungen deutlich ausweiten. Es ist vorgesehen, dass die regionalen Medienhäuser ihrerseits die Mantelredaktion mit regionalen Inhalten beliefern und sie damit allen anderen Titeln der MHS zugänglich machen.

Diese Umstellung ist bis Anfang 2021 geplant. Die Neuaufstellung der Mantelredaktion in Stuttgart diene dem Ziel, den aktuellen und möglichen neuen Kunden ein qualitativ erstklassiges und wirtschaftlich hoch attraktives Lieferprogramm zu bieten. Die redaktionelle Unabhängigkeit der Verlage bleibe erhalten.

Kosteneinsparungen durch Stellenabbau nicht ganz vermeidbar

Die MHS gab an, mit der Regionalen Medienhaus-Strategie bewusst nicht den Weg gehen zu wollen, sinkende Auflagen und Werbeeinnahmen allein durch Kosteneinsparungen auszugleichen. Dennoch rechnet das Unternehmen infolge der Umsetzung dieser Maßnahmen mit einem Arbeitsplatzabbau in zweistelliger Höhe bis Ende 2021. Es wird jedoch erwartet, dass dieser Stellenabbau überwiegend durch natürliche Fluktuation und sozialverträgliche Maßnahmen umgesetzt werden kann.

Jüngst hat die SWMH eine Investitionsoffensive angekündigt. Zur der Holding gehören unter anderem die Süddeutsche Zeitung und W&V.

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