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Ranking
Medienmarken schlecht in Sachen Web-Performance

Bytepark hat die Web-Auftritte von 20 Medienmarken auf den technischen Prüfstand gestellt. Das Ergebnis: viel Mittelmaß und oft sehr miese Performance. Hier das vollständige Ranking.

Text: W&V Redaktion

19. September 2019

In Sachen Performance auf den hinteren Plätzen: die Sport1-Website.
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Wer auf den Websites redaktioneller Medienmarken surft, braucht reichlich Geduld und darf nicht ängstlich sein. Denn im Vergleich zu den Webauftritten anderer Branchen wie beispielsweise Digitalagenturen schneiden sie schlecht ab. Zu diesem Ergebnis kommt Bytepark aus Berlin. Für ihr Ranking hat sie die 20 reichweitenstärksten Medien-Sites (laut Agof) unter die Lupe genommen.

Laut der Untersuchung erreichen diese im Bereich Sicherheit und Setup im Durchschnitt weniger als 50 von 100 möglichen Punkten. Noch schlechter schneiden die Onlinemarken bei der Performance ab. Im Durchschnitt erreichen die nur 23 von 100 möglichen Punkten. Oder anders formuliert: Sie sind ziemlich lahm. Und schaden sich so selbst. Denn die Performance hat großen Einfluss auf den Traffic, wie das Beispiel Google zeigt. Als die Suchmaschine einst versuchte, 30 statt zehn Suchergebnisse auf einer Seite anzuzeigen, mussten die Nutzer im Schnitt eine halbe Sekunde länger warten. Das Resultat: Der Traffic ging daraufhin um 20 Prozent zurück.

Doch woran liegt es, dass die Websites der redaktionellen Onlinemarken so schlecht abschneiden und selbst die Top-3-Platzierten lediglich Mittelmaß sind?

Selbst die Top-3-Websites des Rankings sind lediglich mittelmäßig.

Sowohl die Top-Platzierten als auch die Schlusslichter des Rankings haben eines gemeinsam: Sie rufen eine Vielzahl von Ressourcen aus dem Netz ab. Mehr als 250 dieser sogenannten Requests müssen für die Website des Siegers abgewartet werden, sogar mehr als 500 sind es bei den unteren Plätzen. Darunter befindet sich eine Vielzahl von externen Skripten der Werbenetzwerke, Trackingsoftware und A/B-Testing-Software. In der Spitze machen diese externen Skripte bei einzelnen Onlineangeboten sogar bis zu 50 Prozent aller geladenen Ressourcen aus. Das Nutzererlebnis wird also merklich geschmälert durch Werbeeinblendungen und Datenerhebungen. Zum Thema Nutzererlebnis: Es dauerte im Test mehr als 30 Sekunden, bis die Websites einzelner Onlinemedien sichtbar dargestellt wurden.

Reichweite bedeutet nicht Sicherheit

Bei der Masse an Inhalten, die dem Nutzer beispielsweise auf Seiten wie Spiegel.de und Sport1.de entgegenschlägt, ist es kaum verwunderlich, dass im Ranking sogar einstellige Werte zu entdecken sind, heißt es bei Bytepark. Doch wie steht es um das Thema Sicherheit? Auf den getesteten Portalen werden eine Menge Nutzerdaten erhoben und ausgewertet. Wie gut sind die Server und Applikationen abgesichert? Wie up-to-date sind die technischen Konfigurationen? Das Ergebnis: Auch bei Sicherheit und Setup zeigen sich nur mittelmäßige Bewertungen.

Lediglich sieben der 20 getesteten redaktionellen Onlinemarken verwenden aktuelle SSL-Protokolle, bei allen anderen kommen veraltete Standards zum Einsatz. Nur zwei der Portale im Test nutzen Methoden, um das sogenannte Clickjacking zu verhindern, bei dem Hacker die Darstellung einer Internetseite überlagern und Benutzer dazu animieren, scheinbar harmlose Elemente zu klicken und Nutzereingaben auf fremden Seiten durchzuführen.

Die für die Bewertung genutzten Kriterien basieren auf Metriken, die von Google Lighthouse und anderen Branchenlösungen eingesetzt werden. Darüber hinaus entwickelt die Agentur mit Bytereport.me eigene Audits. Der Bereich Sicherheit und Setup basiert weitestgehend auf eigenen Audits. Die Tests wurden am 9. und 10. September 2019 mit insgesamt drei Testläufen generiert, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen.

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