Anzeige

Intendanten-Verdienst
Mehr Geld als Merkel: Buhrow löst Piel als ARD-Topverdiener ab

Mit 367.232 Euro haben ARD und ZDF einen neuen Spitzenverdiener unter den Intendanten: Tom Buhrow vom WDR. Gauck etwa verdient nur auf HR-Niveau ...

Text: W&V Redaktion

29. Juli 2014

Anzeige

ARD und ZDF sind zwar transparenter geworden und weisen nun kontinuierlich die Gehälter ihrer Top-Manager aus. Doch weniger gezahlt wird den Intendanten nicht. Im Gegenteil: Tom Buhrow als Lenker der größten ARD-Anstalt WDR und seit vergangenem Jahr Nachfolger der bisherigen Spitzenverdienerin Monika Piel toppt diese noch bei ihrem Gehalt. Wie die "Wirtschaftswoche" in einer aktuellen Gehaltsliste aufzeigt, verdient Buhrow als neuer Intendant des Westdeutschen Rundfunks 367.232 Euro im Jahr. Seine Nebeneinkünfte sind zwar auf 6000 Euro gedeckelt. Doch sein Grundgehalt allein entspricht dem, was Piel beim WDR inklusive Nebeneinkünfte zuvor erzielt hat. Und das war schon mehr, als etwa ein deutscher Bundespräsident überwiesen bekommt. Joachim Gauck muss sich als erster Mann im Staat mit 217.000 Euro Jahreseinkommen zufrieden geben. Dafür bekommt das ARD-Reich gerade einmal einen Intendanten für eine kleinere Landesrundfunkanstalt wie den HR (Intendant Helmut Reitze verdient dort bis zu 220.000 Euro im Jahr). Bundeskanzlerin Angela Merkel kommt mit 290.000 Euro Jahresgehalt dem WDR-Salär schon näher.

Die Spitzenverdienerin unter den Intendantinnen im öffentlich-rechtlichen Reich kommt nach Piels Rückzug übrigens aus dem Osten. Karola Wille vom MDR führt hier mit 243.000 Euro. Ein Sendersprecher betont, Nebeneinkünfte würde sie nicht erzielen. Derlei Zubrot haben die Intendanten 2013 erstmals in Folge von "Spiegel"-Recherchen offen gelegt. Teils mehr als 50.000 Euro nehmen die Sendergranden durch Tätigkeiten in Aufsichtsgremien von Tochterfirmen der Sender ein. Auch hier hatte die ehemalige WDR-Intendantin Monika Piel die Nase mit 58.922 Euro vorne. Beim ZDF hatte Intendant Thomas Bellut 2012 immerhin 33.291 Euro dazuverdient. NDR-Chef Lutz Marmor ordnete der "Spiegel" 27.000 Euro Zusatzeinkommen zu.

Beim BR, einem der vier großen ARD-Sender, verzichtet Ulrich Wilhelm auf Bezüge bei den Tochterfirmen Europool, Telepool und Bavaria Filmkunst. Darben muss der Ex-Regierungssprecher nicht: Mit 309.720 Euro Jahresgehalt liegt er auf Platz zwei der öffentlich-rechtlichen Spitzenverdiener. Eine Top-Rentnerin gibt es inzwischen auch: Diesen Titel führt erneut Monika Piel, die aufgrund von Senderrücklagen laut "Bild"-Berechnungen von bis zu 13.500 Euro Rente ihren Lebensabend bestreitet. Weitere solvente Rentner aus dem öffentlich-rechtlichen Reich sind zu erwarten, liegen doch einige Milliarden Euro für die Alterversorgung parat.

Dass öffentlich-rechtliche Senderchefs teils mehr verdienen als Spitzenpolitiker, ist bereits vor 2011 aufgedeckt worden, als in einer Welle von erzwungener Transparenz unter anderem Monika Piel ihren Gehaltsscheck auf den Tisch gelegt hatte. Viele in der Medienbranche müssen alleridngs mit dem auskommen, was die ARD-Oberen allein an Zuverdiensten einstecken. Hier ein Einblick in das Gehaltsgefälle im Fernsehen.

Anzeige