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Videostreaming-Markt
Netflix-Konkurrent Hulu senkt die Abogebühr

Auf die Anhebung der Gebühren von Netflix reagiert Hulu mit einer Gebührensenkung. Kommt es 2019 zu einem Preiskrieg? Oder geht der Trend zum Streaming-Bundling?

Text: W&V Redaktion

28. Januar 2019

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Während Netflix erst vor Kurzem in den USA eine Erhöhung der Abogebühren für die drei Varianten des Streamingdienstes ankündigte, senkt Konkurrent Hulu vom 26. Februar an den monatlichen Preis für sein populärstes Streaming-Angebot, in dem auch Werbung gezeigt wird, um zwei Dollar von 7,99 auf 5,99 Dollar.

In einigen US-Medien wird deshalb bereits darüber spekuliert, ob dieses Jahr auf dem US-Streamingmarkt ein Preiskrieg ausbrechen könnte. Zumal Disney mit Disney+ und Warner Media mit einem noch namenlosen Streamingservice neue Angebote launchen wollen und sich damit der Wettbewerb weiter verschärft.

Hulu hatte Ende vergangenes Jahr die Marke von 25 Millionen Abonnenten übersprungen, ein Plus gegenüber 2017 von 48 Prozent (W&V Online berichtete). Das entspricht einem Netto-Wachstum von acht Millionen Abonnenten innerhalb eines Jahres.

Damit liegt Hulu zwar noch immer deutlich hinter Netflix, das in den USA rund 60 Millionen Abonnenten hat. Allerdings nähert sich Netflix offensichtlich der Marktsättigungsgrenze. Im vierten Quartal 2018 konnte der Streamingdienst auf dem US-Heimatmarkt nur netto 1,5 Millionen Abonnenten neu hinzugewinnen.

Unklar ist zudem, wie sich die Preiserhöhungen in den USA auf das weitere Wachstum von Netflix auswirken werden. So soll die monatliche Abogebühr für das Basis-Paket (ein Gerät in SD) um einen Dollar auf 8,99 Dollar steigen. Der Preis für das populärste Angebot für zwei Geräte mit HD-Streams wird von 10,99 auf 12,99 Dollar angehoben und der Premium-Tarif für vier Geräte in HD und Ultra-HD ebenfalls um zwei auf künftig 15,99 Dollar.

Auch Hulu hebt einige Abogebühren an

Mit der Gebührensenkung bei seinem Stand-alone-Streamingdienst wird Hulu allerdings gleichzeitig die Preise für das vor zwei Jahren gelaunchte Hulu+ Live TV deutlich anheben. Der Dienst, der mittlerweile etwa eine Million Abonnenten hat, bietet rund 60 Live-TV-Kanäle sowie Zugang zur gesamten Video-on-demand-Bibliothek Hulus.

Hier soll die monatliche Abo-Gebühr um fünf Dollar auf 44,99 Dollar steigen, bei der werbefreien Version ebenfalls um fünf auf 50,99 Dollar. Begründet wird die Preisanhebung mit der wachsenden Zahl der angebotenen TV-Kanäle. So sind zuletzt etwa der Discovery Channel, Investigation Discovery, TLC und Animal Planet hinzugekommen.

Streamingdienste im Bundle-Paket

Angesichts der sich in den USA verschärfenden Wettbewerbssituation auf dem Streaming-Markt und bei einer gleichzeitig deutlich sinkenden Zahl der Kabel- und Satelliten-TV-Abonnenten rechnen zahlreiche Branchenexperten damit, dass es künftig vermehrt zu Bundling-Angeboten verschiedener Streamingdienste kommen wird, wie das Branchenmagazin Hollywood-Reporter berichtet.

Hulu bietet beispielsweise bereits für einen Preisaufschlag von monatlich 20 Dollar die Angebote von HBO+ sowie die Film- und Doku-Kanäle von Cinemax an und für einen Aufschlag von monatlich 12,99 Dollar den Musikstreamingdienst Spotify Premium. Amazon testet ebenfalls ein Bundling-Paket mit HBO, Showtime, Starz, Cinemax und weiteren Anbietern für seinen Prime-Video-Dienst.

Nach Ansicht der Branchenexperten dürfte sich dieser Trend fortsetzen. Denn bereits 43 Prozent aller US-Haushalte haben mehr als einen Streamingdienst abonniert. Dass allerdings Netflix und Amazon oder Hulu und Netflix künftig als Bundle angeboten werden, gilt als eher unwahrscheinlich.

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