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Umfrage
Netflix stark begehrt – selbst bei höheren Gebühren

Der Streaming-Marktführer ist für 2021 und die Folgejahre "gut aufgestellt", zeigt eine Umfrage unter US-Konsumenten. Vor allem bei jungen Nutzern hat der Dienst die Spitzenposition erobert.

Text: W&V Redaktion

6. Juli 2020

Netflix investiert dieses Jahr 15,4 Milliarden Dollar in neuen Content.
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Die Zahl der US-Bürger, die an ihrem Netflix-Abonnement auch bei steigenden Gebühren festhalten würden, wächst weiter. Sagten im Dezember vergangenen Jahres 47 Prozent der Abonnenten, dass sie bereit wären, auch einen höheren Preis für den Streamingdienst zu zahlen, so waren es im Mai 2020 bereits 55 Prozent.

Dies geht aus einer Umfrage des New Yorker Finanzdienstleisters Cowen & Co. unter rund 2500 US-Konsumenten hervor. Wenig beeindrucken würden demnach höhere Gebühren vor allem die Vielnutzer, die mehr als sieben Stunden pro Woche Netflix-Inhalte streamen. Bei ihnen stieg der Anteil derer, die dem Dienst die Treue halten würden, sogar von 52 auf 60 Prozent.

Dieses Umfrageergebnis ist vor allem deshalb erstaunlich, weil im gleichen Zeitraum unter anderen mit Disney+, Apple TV+ und HBO Max mehrere neue Konkurrenten angetreten sind, von denen einige, wie etwa Disney+, preislich deutlich unter den verschiedenen Abo-Varianten von Netflix liegen.

Tatsächlich ist in diesem Jahr aber gar nicht mit einer Gebührenanhebung bei Netflix zu rechnen. Für die Cowen-Analysten zeigt das Ergebnis jedoch, dass das Unternehmen für "das Jahr 2021 und darüber hinaus gut aufgestellt" ist. Allein dieses Jahr investiert Netflix rund 15,4 Milliarden Dollar in neuen Content – sowohl in Eigenproduktionen als auch den Erwerb von Streaming-Lizenzrechten.

Das letzte Mal, dass Netflix seine Gebühren erhöht hat, war im ersten Quartal 2019, als sich die Standard-Variante mit zwei HD-Streams in den USA um 18 Prozent von 10,99 auf 12,99 Dollar pro Monat verteuerte. Zwar stieg in den Folgemonaten die Zahl der Abo-Kündigungen etwas an und die Wachstumsrate in den USA flachte insgesamt ab, zugleich legten aber die Umsatzerlöse deutlich zu.

Nummer eins bei den 18- bis 24-Jährigen

Eine weitere gute Nachricht für den Streaming-Marktführer: Laut der Cowen-Umfrage hat der Dienst bei den jüngeren Nutzern im Alter von 18 bis 24 Jahren längst die Spitzenstellung erobert. Auf die Frage, welchen Anbieter sie am häufigsten nutzen, wenn sie Bewegtbild-Content anschauen, kommt Netflix in dieser Altersgruppe auf knapp 40 Prozent – und liegt damit 23 Prozentpunkte vor Youtube. Deutlich abgeschlagen folgen die klassischen Kabel-TV-Sender und die großen TV-Networks sowie Hulu und Amazon Prime Video.

Die Unternehmenszahlen für das zweite Quartal dieses Jahres will Netflix nächste Woche am 16. Juli nach Börsenschluss veröffentlichen. Laut der eigenen Prognose vom April soll die Zahl der Neu-Abonnenten weltweit um 7,5 Millionen zulegen. Marktbeobachter wie beispielsweise das britische Tech-Vergleichsportal Comparitech erwarten allerdings ein weit stärkeres Wachstum.


Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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