Anzeige


Nielsen-Zahlen: Nur leichtes Plus im Wonnemonat Mai

Fernsehen und Plakat trüben die Mai-Bilanz. Es ist wohl auch dem Werbeboom im Internet zu verdanken, dass Nielsen Media Research bis Mai 3,9 Prozent mehr Bruttowerbeerlöse als im Vorjahr ausmacht.

14. Juni 2011

Anzeige

Nielsen Media Research verbreitet weiter Optimismus, obwohl der Wonnemonat Mai dem Bruttowerbemarkt nach einer Flaute bei TV- und Plakatwerbung anders als im Vorjahr nur ein ganz kleines Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebracht hat – bei 2,2 Milliarden Euro an Bruttowerbedruck. Das Team um Nielsen-Chef Ludger Wibbelt blickt vielmehr auf den bisherigen Verlauf des Werbejahres: Von Januar bis Mai sind 3,9 Prozent mehr an Bruttoerlösen gegenüber dem Vorjahreszeitraum zusammengekommen - und die Boom-Gattung Internet gleicht andere Dellen aus. 10,2 Milliarden Euro haben die klassischen Medien bisher in diesem Jahr brutto erlöst, das späte Osterfest auch wieder ausgeglichen. Wo die Reise hingeht – dazu mag sich Nielsen Media Research bei den aktuellen Zahlen für Mai nicht äußern, nicht einmal zum Abschluss des ersten Halbjahres im aktuellen Monat Juni.

Im Detail: Nach den ersten fünf Monaten hat sich der Bruttowerbedruck in den klassischen Medien um 3,9 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum gesteigert. Knapp 10,2 Milliarden haben die Above-the-line-Medien bisher brutto an Werbung umgesetzt; seit 2010 zählt auch der Boom-Sektor Internet dazu. Nur eine einzige Mediengattung trägt nach dem Mai noch negative Vorzeichen – die Tageszeitungen. Sie melden nach wenigen Ausschlägen ins Plus in den vergangenen Jahren mit minus 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Rückfall. Sie haben bisher gut 2,1 Milliarden Euro an Bruttowerbeumätzen erlöst. Dennoch: Die Rückkehr des Printmarktes hält an; so setzen die Publikumszeitschriften ihren Aufschwung im Mai fort: jetzt mit 4,2 Prozent gegenüber Januar bis Mai des Vorjahres. Knapp 1,5 Milliarden Euro sind bisher brutto umgesetzt worden. Sogar die Fachzeitschriften liegen nach fünf Monaten mit 5,1 Prozent Zuwachs im klaren Plus – bei bisher 174 Millionen Euro Brutto-Erlösen.

Radio gleicht Einbrüche aus den Vormonaten mehr als aus. Nielsen gibt für den Hörfunk bis Ende Mai ein Plus von 4,7 Prozent auf bisher gut 564 Millionen Euro Bruttowerbeumsatz aus. Flau im Rennen liegt weiterhin das reichweitenstarke Medium Fernsehen. Nur 0,8 Prozent mehr Bruttoumsatz als im Vorjahreszeitraum werden laut Nielsen mit TV-Werbung umgesetzt, mehr als 4,3 Milliarden Euro sind bisher brutto erlöst worden. An den prozentualen Zuwachs des Mediums Internet reicht inzwischen keine andere Gattung mehr heran: Online thront mit 26,3 Prozent mehr Umsätzen gegenüber Januar bis Mai 2011 über allem und zählt Nielsen zufolge knapp 1,1 Milliarden Euro Bruttowerbeerlösen. Auch das Plakat liegt positiv im Rennen – mit 11,5 Prozent plus und knapp 420 Millionen Euro Bruttowerbeumsatz.

Dass Werbekunden seit 2010 im Kino auf die neue Performance-basierte Abrechnung setzen und nur noch Kontakte einkaufen können, zahlt sich für das Werbemedium weiter aus. Die Kunden bezahlen seither die Besucher, die in den gebuchten Filmen oder Kinostandorten über die Kasse erfasst worden sind. Somit lautet die Bilanz für Lichtspielhäuser bis Ende Mai: plus 8,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bisher knapp 30 Millionen Euro an Bruttowerbeumsätzen.

Anzeige