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USA
Nun launcht auch Redbox einen Videostreamingdienst

Die US-Automatenvideothek hat mit Tests für eine eigene "Free Live TV"-Plattform begonnen. Finanzieren soll sich das Angebot über Werbung. Allerdings ist auch die Konkurrenz nicht untätig.

Text: W&V Redaktion

12. Februar 2020

Redbox betreibt über 40.000 DVD-Automaten in den USA.
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Die Zahl der Unternehmen, die in den USA auf den ohnehin schon dicht besetzten Videostreaming-Markt drängen, wächst weiter. Derzeit testet die Automatenvideothek Redbox Automated Retail eine eigene Streaming-Plattform mit dem Namen "Free Live TV".

An dem Test über die Redbox-Website sowie die Redbox-App nimmt nach Firmenangaben gegenwärtig lediglich eine "ausgewählte Konsumentengruppe" teil. Doch bereits "in den nächsten Tagen und Wochen" soll der Service für weitere Nutzer und über zusätzliche Endgeräte zugänglich werden, wie die Tech-Website Protocol berichtet. Der landesweite Rollout werde ebenfalls "schon bald" erfolgen, heißt es.

In seiner jetzigen Ausformung handelt es sich bei Free Live TV um einen fernsehähnlichen Dienst mit Kanälen verschiedener Medienmarken wie USA Today, TMZ, Now This oder Filmrise. Darüber hinaus werden mehrere Redbox-Kanäle angeboten wie beispielsweise Redbox Comedy.

Geplant ist offensichtlich aber auch ein On-demand-Angebot mit einem eigenen Film-Katalog. Ende vergangenen Jahres hatte Redbox, das 2016 von der Private-Equity-Firma Apollo Global Management übernommen worden war, das Tochterunternehmen Redbox Entertainment gegründet, das für den Kauf und die Produktion von eigenem Content zuständig ist.

Angriff auf Netflix schnell gescheitert

Das jetzige Projekt ist nicht der erste Versuch von Redbox, ins Streaming-Geschäft einzusteigen. Bereits 2013 hatte das Unternehmen in Partnerschaft mit dem Telko-Giganten Verizon einen Videoservice mit dem Namen Redbox Instant gelauncht. Mit günstigen Abo-Preisen, die zugleich noch das Ausleihen von DVDs abdeckten, war dies als direkter Angriff auf Netflix geplant. Doch das Vorhaben nahm nie richtig Fahrt auf und wurde bereits Ende 2014 eingestellt.

Wie der Name Free Live TV bereits sagt, soll die neue Plattform für die Nutzer kostenlos sein, denn Redbox setzt auf eine Werbefinanzierung des Angebots. Mit dieser Strategie steht Redbox allerding längst nicht mehr allein. Auch der Disney-Streamingdienst Hulu bietet eine werbefinanzierte Version und auch das Anfang 2019 von Viacom CBS übernommene Pluto TV ist für die Nutzer gratis. Der im Juli startende Streamingdienst Peacock von NBC Universal wird ebenfalls eine werbefinanzierte Variante anbieten.

Dass genau diese Variante von einigen Entertainment-Konzernen zunehmend als attraktiv angesehen wird, hat seinen Grund im Niedergang des amerikanischen Kabelfernsehens. Allein im vergangenen Jahr haben die traditionellen Kabelnetzbetreiber über fünf Millionen Abonnenten verloren, womit ein wichtiger Werbekanal für Markenartikler mehr und mehr an Bedeutung verliert.


Autor: Franz Scheele

Schreibt als freier Autor für W&V Online. Unverbesserlich anglo- und amerikanophil interessieren ihn besonders die aktuellen und langfristigen Entwicklungen in den Medien- und Digitalmärkten Großbritanniens und der Vereinigten Staaten.

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