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b4p Trends
Online-Nutzer sehen Glaubwürdigkeit sozialer Medien zunehmend kritisch

Laut der aktuellen Befragungswelle der Studie b4p Trends vertrauen 80 Prozent der Befragten journalistischen Medienangeboten mehr als News auf Facebook, Twitter & Co.

Text: W&V Redaktion

13. Juni 2019

Öffentlich-rechtliches TV und Radio: Hier informiert man sich am häufigsten.
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Die anhaltenden Diskussionen um Fake News zeigen offenbar langsam Wirkung: Die Menschen achten zunehmend darauf, aus welchen Quellen bestimmte Informationen stammen. Parallel dazu sehen sie es als ratsam an, immer mehrere Quellen heranzuziehen, um sich über den Wahrheitsgehalt von Nachrichten zu vergewissern.

Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Welle der Untersuchung b4p Trends, für die die Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK) rund 1000 Online-Nutzer befragt hat. Demnach vertrauen acht von zehn Befragten ab 16 Jahren journalistischen Medienangeboten mehr als Nachrichten in sozialen Medien.

Fast zwei Drittel (62 Prozent) schenken den Informationen in deutschen Medien laut der Analyse grundsätzlich Glauben. Insbesondere Radiosender (82,8 Prozent), Nachrichtenwebsites etablierter Medienmarken (80,7 Prozent), öffentlich-rechtliche Sender (80,4 Prozent), Tageszeitungen (78,6 Prozent) und Nachrichtenmagazine (73,1 Prozent) schneiden in Sachen Glaubwürdigkeit bei der Zielgruppe gut ab.

Dem Prinzip "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" folgen dabei inzwischen immer mehr Menschen: 94 Prozent der Interviewten halten es für ratsam, bei der Information über aktuelle politische und gesellschaftliche Themen mehrere Informationsquellen zu nutzen, anstatt sich nur auf eine Quelle zu verlassen. 80 Prozent prüfen außerdem die Herkunft einer aktuellen Nachricht, um Rückschlüsse auf deren Wahrheitsgehalt zu ziehen.

Vor diesem Hintergrund sind etablierte Medienkanäle für die meisten auch die Hauptinformationsquelle für aktuelle politische oder gesellschaftliche Nachrichten. Öffentlich-rechtliches TV (67 Prozent) und Radio (59 Prozent) stehen dabei an der Spitze, gefolgt von Websites bekannter Medienmarken aus Rundfunk und Print (48 Prozent).

Nur die Unter-30-Jährigen haben noch größeres Vertrauen

Private Fernsehsender (43 Prozent) und Tageszeitungen (41 Prozent) rangieren als Informationsquellen fast gleichauf – noch vor sozialen Medien wie Facebook & Co. (35 Prozent). Nur bei den unter 30-jährigen Befragten bezieht mehr als jeder Zweite seine aktuellen Informationen nahezu gleich oft von klassischen Nachrichten-Websites (54 Prozent) und Social Media-Plattformen (52 Prozent).

Plattformen wie Facebook, Twitter, Instagram oder YouTube halten nur 25 Prozent der Befragten für glaubwürdig. Dabei zweifeln selbst die unter 30-Jährigen trotz vergleichsweiser intensiver Nutzung an der Glaubwürdigkeit sozialer Medien in Bezug auf aktuelle Nachrichten. Nur 26 Prozent, fast so wenige wie bei den über 50-jährigen Befragten (23 Prozent), halten diese Quelle für glaubwürdig. Stattdessen assoziieren viele mitlerweile soziale Netzwerke primär mit hetzerischen und beleidigenden Inhalten.

Das größte Vertrauen in die Glaubwürdigkeit von Nachrichten setzen die Befragten der Studie hingegen vor allem in Radiosender (83 Prozent), Nachrichten-Websites etablierter Medienmarken (81 Prozent), öffentlich-rechtliche TV-Sender (80 Prozent) sowie Tageszeitungen (79 Prozent) und Nachrichtenmagazine (73 Prozent).

Die regionale Herkunft ist ein wichtiger Faktor

Bildungsgrad und der Herkunft der Befragten spielen bei deren Einstufung der Glaubwürdigkeit natürlich auch mit. Diese Erkenntnis überrascht nicht wirklich: Je höher der Bildungsgrad, desto mehr Vertrauen wird etablierten Medien geschenkt. Es zeigen sich aber auch regionale Unterschiede: Befragte aus den alten Bundesländern legen insgesamt ein deutlich höheres Medienvertrauen an den Tag (64 Prozent) als jene aus den neuen Bundesländern (53 Prozent).

Die Befragung b4p Trends wird von der regelmäßig von der Gesellschaft für integrierte Kommunikationsforschung (GIK) herausgegeben. Sie ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Medienhäuser Axel Springer, Bauer Media Group, Funke Mediengruppe, Gruner + Jahr sowie Hubert Burda Media.

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