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Axel Springer
Paid Content läuft bei Bild und Welt

Mehr als 500.000 Abonnenten für seine beiden Bezahlangebote meldet der Verlag Axel Springer. Den Großteil davon erzielt Bild plus.

Text: W&V Redaktion

15. November 2018

Vorstandschef Mathias Döpfner (r.) und Finanzvorstand Julian Deutz (2. v.r.) gratulieren Stefan Betzold und Tobias Henning (l.). Vorn und links: Champagner.
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Axel Springer feiert seine Bezahlangebote als Erfolg: Bild plus und Welt plus zusammen haben mehr als 500.000 digitale Abonnenten. Das selbst gesetzte Ziel, mit Paid Content bis Mitte 2019 eine halbe Million Menschen zu erreichen, habe man damit deutlich früher erreicht, meldet das Medienhaus. Das liegt vor allem am Angebot der Bild.

So nutzen laut IVW Paid Content für Oktober 416.567 Leser das kostenpflichtige Angebot Bild plus, Welt plus hat 83.574 zahlende Nutzer (zusammen 500.141 Abonnenten). Laut FIPP-Liste vom Juli (International Federation of the Periodical Press: 2018 Global Digital Subscription Snapshot) ist das Digitalangebot von Bild damit das stärkste in Deutschland - und das fünftgrößte nach Abonnentenzahlen weltweit. Lediglich die großen US-Titel "New York Times" (NYT; 2,8 Mio.), "Wall Street Journal" (WSJ; 1,4 Mio.) und "Washington Post" (1 Mio. Digitalabos) sowie die britische "Financial Times" (0,7 Mio.) liegen in der Liste vor Bild plus (im Juli mit knapp 0,4 Mio. eingeflossen). Bild plus ist aber in der Liste dieser Top Ten auch das günstigste digitale News-Angebot (4,99 Euro/Monat), bei den vier weiter vorn platzierten Titeln reicht die Bandbreite von 37 Dollar (knapp 33 Euro; WSJ) bis 8,66 Dollar (7,60 Euro; NYT).

Stefan Betzold, Managing Director Bild und Welt Digital: "Die deutlich gestiegene Akzeptanz für digitale Bezahlangebote unterstützt unsere konsequente Strategie bei Paid Content", 2018 sei das bisher stärkste Wachstumsjahr. Damit tragen die Vertriebserlöse beider Digital-Abo-Titel "substanziell und nachhaltig zu unserem digitalen Verlagsgeschäft bei", sagt Betzold.

Tobias Henning, General Manager für die Paid-Content-Angebote, kündigt eine Weiterentwicklung im kommenden Jahr an, mit "starken Inhalten sowie exklusiven Aktionen" wolle man weitere Nutzer gewinnen.

Axel Springer war mit seinen Paid-Content-Modellen früh dabei, als die meisten anderen Verlage noch immer Inhalte lieber im Netz verschenkten. Welt plus, damit erste überregionale Tageszeitung mit digitalem Abomodell, gibt es seit Dezember 2012, Bild plus seit Juni 2013.

Die aktuellen Bezahlmodelle gestalten sich wie folgt: Das monatlich kündbare Abo Bild plus kostet 4,99 Euro pro Monat. Das Premium-Angebot für 12,99 Euro pro Monat umfasst den Zugriff auf die E-Paper von "Bild" und "Bild am Sonntag". Welt plus kostet 9,99 Euro im Monat, für 19,99 Euro bekommt man mit Welt plus Premium die App mit der digitalen Zeitung Welt Edition dazu. Für 24,99 Euro im Monat können mit Welt plus Gold zusätzlich die E-Paper von "Welt" und "Welt am Sonntag" gelesen werden.

Diese Angebotsstruktur wurde seit Einführung angepasst - so kosteten die Welt-Paid-Content-Abos 2013 noch 4,49 Euro, 12,99 Euro und 14,99 Euro. Dazu kommt, dass beide Digitalangebote natürlich kostenlose Probezeiten anbieten - deren Nutzerzahlen ebenfalls in die Abonnentensumme einfließt. Rückschlüsse auf die Erlöse durch Paid Content sind also nach wie vor schwierig (eine Modellrechnung hatten wir bei W&V Online kurz nach Start hier). Laut PV Digest haben die Verlage aber ihre Umsätze mit digitalen Bezahlangeboten seit 2013 bis 2017 verdoppelt.

Zum Vergleich: Noch vor 20 Jahren wies die gedruckte "Bild"-Zeitung eine Auflage von an die 4,5 Millionen Exemplaren aus - heute liegt sie bei knapp 1,6 Millionen (Print).

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