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Zu viele Klischees im ARD-Krimi?
Politiker fordert Absetzung des Dortmund-"Tatort"

Dortmunds Oberbürgermeister fühlt sich und seine Stadt und deren Einwohner verunglimpft. Er will erreichen, das der Dortmunder "Tatort" abgesetzt wird.

Text: W&V Redaktion

22. Januar 2019

Die aktuelle Folge wurde in Duisburg gedreht. Nicht in Dortmund.
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Der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau hat die jüngste "Tatort"-Ausgabe "Zorn" als klischeehaft und als "Mobbing" gegenüber Stadt und Bewohnern kritisiert. In einem Brief an WDR-Intendanten Tom Buhrow schrieb der SPD-Politiker, auch ein Krimi-Drehbuch müsse "ein Mindestmaß an Bezug zur Realität vorweisen". Aber: "Es ist eine plumpe Darstellung ohne jedwede regionalen Kenntnisse." Eine Sprecherin des Senders bestätigte am Dienstag den Eingang des Schreibens, das die Stadt am Vorabend auch an die Medien verschickt hatte.

Der WDR wollte eine Stellungnahme prüfen. Sierau monierte, über die Handlungsorte Dortmund und Marl und die gesamte Region sei ein nicht zutreffendes Bild vermittelt worden. Der Strukturwandel werde ausgeblendet. "Die Macher dieser Folge geben die Menschen einer Region der Lächerlichkeit preis, indem sie diese Bier trinkend in Trainingsanzügen vor heruntergekommenen Häusern herumstehen lassen." Der WDR disqualifiziere auch "sich selbst als produzierender Sender". Gedreht worden sei der Film zudem in Duisburg.

Folgende Stellungnahme gibt der WDR am Dienstagmittag ab:

Der WDR zeigt in seinen vielen Dortmunder Tatort-Folgen ein vielschichtiges Bild der Stadt, etwa durch diverse Milieus und Drehorte wie den Phoenixsee, den Westfalenpark oder das Dortmunder "U".

Der Tatort ist Fiktion - aus dramaturgischen Gründen wird auch verdichtet und zugespitzt. Dadurch können einzelne Szenen von den einen als Klischees empfunden werden, von anderen als realitätsnahe Darstellungen. Das polarisiert, löst Debatten aus - das ist aus unserer Sicht nicht negativ, sondern bereichernd. Die Publikumsreaktionen auf die Tatorte aus Dortmund sind im Übrigen überwiegend positiv, bei den letzten öffentlichen Vorführungen in Dortmund gab es sehr viel Applaus. 

Die Dortmunder "Tatort"-Kommissare Peter Faber (Jörg Hartmann) und Martina Bönisch (Anna Schudt) ermitteln in "Zorn" den Mord an einem früheren Bergmann. Durchschnittlich 9,22 Millionen Zuschauer hatten die Folge am Sonntag im Ersten verfolgt.

W&V Online/dpa

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