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120 Millionen Euro
ProSiebenSat.1 investiert in Inhalte, Adtech, Digitales

ProSiebenSat.1-Chef Max Conze beruhigt Anleger nach einem Kursrutsch mit Millionen-Plänen für lokalen Content, für Werbetechnik und digitale Plattformen. 

Text: W&V Redaktion

14. November 2018

CEO Max Conze steht seit Juni an der Spitze von ProSiebenSat1 - und muss jetzt die Anleger beruhigen.
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Wie ProSiebenSat.1 und CEO Max Conze das Nachgeben des klassischen Fernsehgeschäft ausgleichen wollen,  das hat der Medienkonzern auf dem Kapitalmarkttag des Unternehmens am Mittwoch in Unterföhring den Anlegern dargelegt. ProSiebenSat.1 plant demnach Investitionen von 120 Millionen Euro.

Den größten Batzen will Conze mit 80 Millionen Euro in lokale Inhalte stecken. Der Rest soll zu jeweils gleichen Teilen für Werbetechnologie und im Digitalbereich ausgegeben werden. Im Gegenzug erwartet die AG, 50 Millionen Euro aus Wachstum und Kosteneinsparungen zu erzielen. Dies wird dem Konzern zufolge 2019 zu Lasten der Ergebnisse gehen: Insgesamt dürfte der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 2019 im Segment Entertainment um 70 Millionen Euro unter dem Vorjahr liegen.

Ziel sei es aber, das Unterhaltungsgeschäft wieder voranzubringen, betont Conze. Der versichert: "Es wird keine bösen Überraschungen mehr geben." Der Konzernlenker mit der Dyson-Vergangenheit will nach einem gesenkten Jahresausblick und gekürzter Dividende die Anleger besänftigen.

Eigene Inhalte für viele Plattformen

Alles in allem stehen die größten Veränderungen für ProSiebenSat.1 im Fernsehgeschäft an. Die Erosion im klassischen TV-Geschäft sei sichtbar und werde auch so weitergehen, so Conze.

Das Wachstum des Konzerns werde im digitalen Bereich erfolgen. Dafür sollen mehr lokale Inhalte produziert werden, an denen ProSiebenSat.1 die Rechte hält und sie über alle Plattformen ausspielen kann.

Konzernlenker Conze kündigt zudem eine Partnerschaft mit dem ZDF für die zusammen mit Discovery geplante Streamingplattform  7TV an. Mitte nächsten Jahres soll die neue Online-Offerte verfügbar sein, über die dann auch ZDF-Inhalte abrufbar sein sollen. Der Privat-TV-Konzern und die Öffentlich-Rechtlichen kooperieren bei Inhalten seit geraumer Zeit; ZDF-Produktionen sind auch in der ProSiebenSat.1-Online-Videothek Maxdome im Angebot.

Hoffnungen ruhen auf Nucom

Wachstum erhofft sich ProSiebenSat.1 im Geschäft mit Plattformen über seine Tochter Nucom Group, zu der etwa die Partnerbörse Parship Elite und das Vergleichsportal Verivox gehören. Außer der übernommenen US-Partnervermittlung Eharmony habe es jedoch bisher keine passenden Optionen gegeben, sagt Finanzchef Jan Kemper.

Hintergrund: ProSiebenSat.1 hatte vergangene Woche seine Umsatzziele für 2018 gesenkt und die Dividende für die Aktionäre zusammengestrichen.

Zudem kündigt Conze eine einmalige Ergebnisbelastung aus Lizenzrechten von bis zu 400 Millionen Euro in diesem Jahr an. Infolge der schlechten Nachrichten war die Aktie um mehr als 17 Prozent eingebrochen, hiervon hat sich das Papier bislang nur mäßig erholt.

ps/dpa

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