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Manager geht nach über 25 Jahren
ProSiebenSat.1 verliert Rüdiger Böss

"Unser Mann in Hollywood, unser Türöffner zu den großen Filmstudios": Er geht. Rüdiger Böss kehrt ProSiebenSat.1 zum Jahresende den Rücken. 

Text: W&V Redaktion

18. Dezember 2018

Mit Rüdiger Böss verliert ProSiebenSat.1 sein Tor zu Hollywood.
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Rüdiger Böss verlässt ProSiebenSat.1. Der bisherige Executive Vice President Group Content Acquisitions & Sales der AG, hat sich laut einer Mitteilung vom Dienstag "nach über 25 Jahren entschieden, den Konzern zum Jahresende zu verlassen".

Eine Nachfolgeregelung bei der TV-AG, die seit gut einem halben Jahr unter der Leitung des Ex-Dyson-Chefs Max Conze steht, ist bereits gefunden: Henrik Pabst, ab Januar 2019 Chief Commercial Officer Entertainment, wird in seiner neuen Funktion künftig zusätzlich auch die Verantwortung für die Bereiche "Content Acquisitions" und "Content Sales" übernehmen.

Conrad Albert, Deputy CEO und General Counsel der ProSiebenSat.1 Media, bringt in seinen Abschiedsworten an den langjährigen Programmmanager auf den Punkt, was der Ausstieg des Oberpfälzers für den Konzern bedeutet: "Rüdiger Böss hat eine Ära bei ProSiebenSat.1 geprägt – er war unser Mann in Hollywood, unser Türöffner zu den großen Filmstudios. Sein Gespür für den nächsten großen TV-Hit, sein Verhandlungsgeschick und seine Leidenschaft für Filme sind legendär. Er hat alle großen Blockbuster und US-Quotenerfolge für uns nach Deutschland geholt. Und zu all dem war er immer ein großartiger Kollege und Wegbegleiter."

So verabschiedet sich Rüdiger Böss

Rüdiger Böss darf in der Mitteilung zurückblicken: "Das größte Dankeschön geht an alle tollen Kollegen und Partner. Ich bin sehr stolz auf das, was wir gemeinsam geschaffen haben und die Programm-Meilensteine, die wir für unsere Sender sichern konnten: angefangen von 'Vier Hochzeiten & ein Todesfall' (einer meiner ersten Einkäufe) über die 'Hunger Games' bis zu 'The Big Bang Theory'. Jetzt halte ich es aber wie einer unserer jüngsten Einkäufe: 'Der Junge muss an die frische Luft'. Und nach einer Verschnaufpause melde ich mich wieder!“

Wohin es den äußerst gut vernetzten und beliebten Programmeinkäufer zieht? Unklar. Für Böss gibt es sicher in der boomenden Bewegtbild-Landschaft, in der mehr und mehr Streaminganbieter mit klassischen TV-Anbietern um die besten Inhalte ringen, genügend zu tun ...

Rüdiger Böss ist seit 1992 bei ProSiebenSat.1 tätig und hat diverse Senderchefs und Konzernlenker in der Holding überlebt. Seit 2007 verantwortet er die Verhandlungen und den Erwerb von Lizenz-Filmen und -Serien für die Sender und Videoplattformen der Mediengruppe. Dabei schloss er langfristige Lizenzdeals mit den wichtigsten Hollywood-Studios wie Warner Bros., Disney, Twentieth Century Fox, CBS, Paramount und Regency.

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