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UK-Zeitungsmarkt
Reach rutscht tief in die roten Zahlen

Der größte Zeitungsverlag Großbritanniens macht auf den Wert seiner Lokalzeitungen Abschreibungen in Höhe von 200 Millionen Pfund.

Text: W&V Redaktion

27. Februar 2019

Der größte Zeitungsverlag Großbritanniens gibt mehr als 200 Titel heraus.
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Nachdem Reach (früher Trinity Mirror), der größte Zeitungsverlag Großbritanniens, bereits im ersten Halbjahr 2018 auf den Bilanzwert seiner Lokalblätter eine Abschreibung in Höhe von 150 Millionen Pfund vorgenommen hatte, folgte im zweiten Halbjahr eine weitere Abschreibung in Höhe von 50 Millionen Pfund.

Dies und weitere Rückstellungen infolge des Telefonabhörskandals früherer Jahre sorgten für tiefrote Zahlen. So meldet der Verlag in seiner Jahresbilanz für 2018 einen Verlust vor Steuern in Höhe von 119,9 Millionen Pfund. Im Jahr 2017 verzeichnete er noch einen Gewinn vor Steuern von 81,9 Millionen Pfund (jeweils Statutory Results).

Durch die Übernahme der Zeitungstitel Daily Express und Daily Star vom Verlag Northern & Shell im Februar vergangenen Jahres stieg der Umsatz von Reach um 16 Prozent auf 723,9 Millionen Pfund. Rechnet man die Übernahme aus der Bilanz heraus, so ging der Umsatz allerdings gegenüber 2017 um 59 Millionen Pfund (-6,6%) zurück.

Einsparungen durch Synergien und Arbeitsplatzabbau

Einsparungen in Höhe von 20 Millionen Pfund durch Synergien bei der Integration der ehemaligen Northern & Shell-Titel ins eigene Portfolio erhofft sich Reach bis 2020. Im vergangenen Jahr wurden hier 3 Millionen Pfund eingespart, unter anderem durch den Abbau von rund 70 Arbeitsplätzen bei den überregionalen Titeln.

Weitere 20 Millionen Pfund will der Verlag durch "strukturelle Kostensenkungsmaßnahmen" einsparen. So wurden 2018 bei den Lokalzeitungen 140 Arbeitsplätze abgebaut.

Lokale Digitalangebote haben Priorität

Reach verfolgt auf lokaler Ebene die Strategie, Print- und Onlineredaktionen klar zu trennen. In der Regel verweisen die Online-Auftritte auch nicht mehr auf die lokalen Print-Titel des Verlags. So firmiert beispielsweise der Online-Auftritt in Birmingham unter Birmingham Live, während die Zeitung Birmingham Mail heißt.

Die Prioritäten liegen für Reach hier eindeutig auf den Digitalangeboten. Die nackten Zahlen sprechen auch für diese Strategie: Während beispielsweise die Print-Ausgabe der Birmingham Mail nur noch auf eine verkaufte Auflage von rund 15.000 Exemplaren kommt, verzeichnet die Website Birmingham Live täglich mehr als 400.000 Unique Users.

Abhöraffäre kostet den Verlag Millionen

Für Entschädigungszahlungen, Gerichts- und Anwaltskosten infolge des britischen Telefon-Abhörskandals, in den auch die Reach-Titel Daily Mirror, Sunday Mirror und Sunday People involviert waren, musste Reach im vergangenen Jahr die Rückstellungen auf 12,5 Millionen Pfund erhöhen. Insgesamt summieren sich diese Zahlungen bisher auf 75,5 Millionen Pfund.

Das ist allerdings wenig im Vergleich zu den Kosten, die dem Konkurrenzverlag News Corp. bisher entstanden sind, der mit seiner daraufhin eingestellten Zeitung News of the World im Zentrum des Skandals stand. Allein im vergangenen Geschäftsjahr entstanden dem Verlag von Rupert Murdoch hier Kosten in Höhe von 35 Millionen Pfund. Damit summieren sie sich seit 2010 auf insgesamt 656 Millionen Pfund.

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