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Geschäftszahlen
Rekord im Corona-Jahr: Bertelsmann steigert Gewinn

Bertelsmann meldet für 2020 trotz allem ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Zwar gab es Einbußen bei den werbefinanzierten Geschäften und bei  Print, doch Buch- und Dienstleistungssparten legten zu.

Text: W&V Redaktion

30. März 2021

Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, kann im Corona-Jahr Rekordgewinne vermelden
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Der Umsatzrückgang lag bei Bertelsmann 2020 im einstelligen Prozentbereich und mit 3,1 Milliarden Euro erreichte der Konzern dennoch einen Rekordwert beim Gewinn vor Abgaben. Das Konzernergebnis erreichte mit 1,5 Milliarden Euro einen Wert von 34 Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Zum operativen Gewinn trugen insbesondere die Verlagsgruppe Penguin Random House und der Dienstleistungstochter Arvato, sowie Veräußerungsgewinnen aus Immobilienverkäufen bei. Penguin Random House gehört seit 2020 zu 100 Prozent zu Bertelsmann. Im November kündigte der Konzern zudem an, den US-Traditionsverlags Simon & Schuster zu übernehmen. Außerdem konnte Bertelsmann den Anteil der Digitalgeschäfte weiter ausbauen, auf nun 53 Prozent.

"2020 war ein Ausnahmejahr", sagt Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann. "Umsatzrückgänge verzeichneten wir primär im zweiten Quartal, im zweiten Halbjahr hingegen legten nahezu alle Geschäfte wieder zu. Zum sechsten Mal in Folge überschritt das Konzernergebnis die Milliarden-Schwelle, diesmal deutlich mit 1,5 Milliarden Euro." Als einen der Gründe dafür nennt er, dass Bertelsmann in der Corona-Pandemie frühzeitig die Kosten gesenkt und die Liquidität des Unternehmens gesichert habe.

Im Sommer 2020 kündigte der Konzern an, 100 von 700 Stellen in der Hauptverwaltung zu streichen. Bis Sommer 2021 sollen das sogenannte Corporate Center und die internationalen Zweigstellen neu aufgestellt sein. Durch den Umbau will Bertelsmann jährlich 35 Millionen Euro an Kosten einsparen.

Der Konzernumsatz von Bertelsmann ging im vergangenen Jahr moderat um 4,1 Prozent auf 17,3 Mrd. Euro zurück (Vorjahr: 18,0 Milliarden Euro). Der organische Umsatzrückgang betrug 1,7 Prozent. Corona-bedingt verzeichneten im ersten Halbjahr vor allem die werbefinanzierten Geschäfte und die Printgeschäfte einen Umsatzrückgang. Im zweiten Halbjahr lagen nahezu alle Bereiche wieder im Plus, insbesondere im Schlussquartal.

In Zukunft will sich Bertelsmann auf fünf strategische Wachstumsprioritäten fokussieren: Nationale Media-Champions, globale Inhalte, globale Dienstleistungen, Onlinebildung und Beteiligungen.

Zu den nationalen Media-Champions zählen etwa die RTL Group, sowie Gruner + Jahr. Unter den globalen Inhalte versteht Bertelsmann den Verlag Penguin Random House und die amerikanischen Verlagsgruppe Simon & Schuster, das internationale Produktionsunternehmen Fremantle und die Musiktochter BMG.

Als globale Dienstleistungen fasst Bertelsmann den Dienstleistungsbereich Arvato, den Finanzdienstleister Paigo, das CRM-Unternehmen Majorel und die Bertelsmann Printing Group zusammen.

Die Onlinebildung beinhaltet die Bertelsmann Education Group mit dem Fortbildungsportal Relias und unter dem Dach der Beteiligungen baut Bertelsmann sein internationales Fondsnetzwerk weiter aus.


Autor: W&V Redaktion

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