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Mediengruppe RTL
RTL baut das deutsche Netflix

Jan Wachtel, Geschäftsführer von RTL Interactive, hat den Auftrag, aus TV Now eine Video-on-Demand-Plattform großen Stils zu bauen. Gleichzeitig wird RTL.de zum General Interest Portal.

Text: W&V Redaktion

25. Juni 2018

Jan Wachtel soll die Digitalsparte der RTL-Familie auf Vordermann bringen
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Jan Wachtel kam vor einem Jahr von der Bild-Gruppe zu RTL, um bei der Senderfamilie die Digitalsparte auf Vordermann zu bringen. Ein Mammut-Projekt, wie sich jetzt zeigt - das noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Der 39-Jährige baut derzeit die Mediathek TV Now zum Video-on-Demand-Service um. Künftig sollen so genannte "Originals", also deutsche Eigen- und Auftragsproduktionen, die Zuschauer auf die Plattform locken. Außerdem investiert der Konzern in exklusive Lizenzinhalte, die Nutzer dann ausschließlich bei TV Now finden - wie der Konzern vergangene Woche auf den Screenforce Days 2018 verkündete. "Wir haben den Anspruch, ein voll umfängliches VoD-Angebot für den deutschen Mainstream zu bauen", sagt Jan Wachtel jetzt im exklusiven W&V-Interview.

In Konkurrenz zu Netflix sieht er sein Projekt nicht. "Wir wissen, was die Massen hierzulande interessiert und woran sie Spaß haben. Das wissen andere Player nicht", sagt der Manager. Auf die Frage, ob er damit nicht noch mehr Zuschauer vom linearen TV wegtreibe, meint Wachtel: "Nein, wir gestalten das sich ändernde Nutzungsverhalten der Zuschauer mit. Deshalb soll TV Now zum zentralen Produkt in unserem digitalen Portfolio werden."

RTL.de zielt auf Leser von Bild.de und Bunte.de

Damit sich überhaupt genügend Nutzer auf die Plattform bewegen, die als Freemium-Modell angelegt ist, wird die Seite RTL.de zum General Interest Portal umgebaut. "Der stärkste Träger sind journalistische Inhalte", sagt Wachtel. "Wir bauen eine boulevardeske Nachrichtenseite mit hohem Videoanteil für die eher weibliche Zielgruppe", kündigt der Geschäftsführer von RTL Interactive an.

Sein Ziel ist es, die Seite zu einem der führenden General-Interest-Angebote zu machen. Wachtels Team wird dabei wohl vornehmlich im Becken der Digitalableger von Titeln wie Bild, Focus, Bunte, Stern oder Gala fischen.

"Wir positionieren unser Produkt nicht als Konkurrenz zu anderen General Interest Angeboten", sagt Wachtel und schiebt hinterher: "Aber natürlich ist es auch unser Ziel, Reichweite aufzubauen."

Das gesamte Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 26 der W&V. Jetzt hier bestellen ...

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